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Der Abstimmungskampf 1934/35Heim ins Reich
Sozialdemokraten und Kommunisten formierten sich im Sommer 1934 in der "Einheitsfront"
Erst die Machtergreifung der Nationalsozialisten brach diese gemeinsame Haltung auf. Auf der einen Seite gab es die erklärten Antifaschisten. Sie wollten den gegenwärtigen Zustand, den "Status Quo", beibehalten bis zum Sturz des NS-Regimes im Reich. Erst dann sollte über die Zugehörigkeit des Saargebietes entschieden werden. Um dieses Ziel durchzusetzen, formierten sich im Sommer 1934 Sozialdemokraten und Kommunisten in der "Einheitsfront". Auch Katholiken unter Johannes Hoffmann schlossen sich an. Alle Gruppen hofften, Hitler "an der Saar schlagen" zu können.
Auf der anderen Seite standen diejenigen, die weiter die Rückkehr befürworteten. Die einen taten dies trotz Hitler. Sie wurden bestärkt durch die Kirchen, die Vaterlandsliebe als sittliche Pflicht bezeichneten. Die anderen taten es wegen Hitler. Viele waren dabei, die beim "Aufbruch des neuen Deutschland" nicht abseits stehen wollten. Als scheinbar überparteiliche Massenbewegung für die Rückgliederung steuerten die Nazis die "Deutsche Front". Mit massiven Propagandamitteln und mit Meinungsterror wurden die Saarländer auf die Idee der Volksgemeinschaft eingeschworen. Wer außerhalb stand, galt als Verräter. Die Abstimmung am 13. Januar 1935 wurde durch eine Abstimmungskommission des Völkerbundes und unter dem Schutz einer internationalen Truppe durchgeführt. 90,7% der Saarländer entschieden sich für die Rückgliederung. Hitler hatte seinen ersten großen außenpolitischen Erfolg errungen. Das "Dritte Reich" übernahm am 1. März 1935 die Regierungsgewalt an der Saar. Schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Ergebnisses waren viele Anhänger der Status-Quo-Bewegung in die Emigration gegangen. Die Saar im dritten Reich - Daheim? Tausende von Saarländern gerieten in die Gewalt der Gestapo. Hunderte kamen in Konzentrationslager. Viele kehrten nicht mehr zurück. Im Februar 1937 wurden die ersten Todesurteile gegen saarländische Antifaschisten vollstreckt. Planmäßige Verfolgungen der Juden setzten an der Saar später ein als im übrigen Reichsgebiet. Viele konnten wegen internationaler Garantien noch bis Anfang 1936 ungehindert auswandern. In der "Reichskristallnacht" vom 9. und 10. November 1938 steckten Nationalsozialisten auch an der Saar Synagogen in Brand, verschleppten Juden in Konzentrationslager und plünderten ihre Häuser. Der Zweite Weltkrieg an der Saar 1943 errichtete die Gestapo in Saarbrücken das KZ "Neue Bremm" für Kriegsgefangene, Lothringer und Reichsdeutsche, vor allem aber für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Viele wurden von Saarbrücken aus in die berüchtigten Vernichtungslager transportiert. Die übrige Bevölkerung litt ebenfalls unter den Schrecken des Krieges. Die "Gauhauptstadt Saarbrücken" erlebte am 30. Juli 1942 den ersten verheerenden Luftangriff. Ein weiterer folgte am 5. Oktober 1944. In dieser Zeit war die amerikanische 3. Armee bereits von Lothringen her im Vormarsch, wurde aber bis März 1945 an der mittleren Saar und am "Orscholz-Riegel" aufgehalten. Bei diesen Kämpfen erlitt vor allem Saarlouis schwere Zerstörungen. Nach dem Durchbruch im Hunsrück eroberten amerikanische Truppen das Gebiet des Saarlandes von Süden und von Norden her innerhalb weniger Tage. Im engeren Industrierevier zwischen Saarbrücken und Neunkirchen schwiegen ab 21. März 1945 die Waffen. |
