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Die Saargegend im Ersten WeltkriegLeben in der Etappe
Frauen verrichten Schwerarbeit
Die Saargegend war während des gesamten Ersten Weltkrieges Durchmarschregion und Etappe. Überall entstanden Lazarette.
Gleich zu Beginn kam der zivile Eisenbahnverkehr zum Erliegen und blieb während des gesamten Krieges stark eingeschränkt. Eine der Folgen: Wegen des Koks- und Erzmangels stellten die Hütten vorübergehend ihren Betrieb ein. Die Steinkohlenförderung ging stark zurück. Viele Männer waren eingezogen - mehr als im übrigen Deutschland. Man versuchte, sie durch ältere und jugendliche Arbeiter zu ersetzen. In vorher nie gekanntem Ausmaß mußten auch Frauen Schwerarbeit verrichten. Außerdem: Tausende von russischen Kriegsgefangenen. Seit dem Sommer 1915 war das gesamte Industrierevier Ziel von Luftangriffen. Die Zahl der Opfer und die Schäden blieben zwar gering, der Krieg zeigte aber ein völlig neues Gesicht. Die Versorgungslage verschlechterte sich ständig. Bereits im August 1914 setzte man erste Höchstpreise fest. Im Frühjahr 1915 wurde zuerst das Brot rationiert, danach weitere Nahrungsmittel. Der Winter 1916/17 war für die Bevölkerung ein "Hungerwinter". Die "Heimatfront" bewies ihre Opfer- und Spendenbereitschaft. Die Schuljugend war ständig zum Sammeln aufgerufen, etwa von Brennesseln. Nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 folgten französische Truppen den zurückströmenden deutschen Soldaten und besetzten die Saargegend. Sie beendeten sofort die Tätigkeit der Arbeiter- und Soldatenräte. Das Saargebiet unter der Herrschaft des Völkerbundes Die fünfköpfige internationale Regierungskommission (Reko) nahm am 26.2.1920 ihre Arbeit auf. Bis 1926 war ihr Vorsitzender der Franzose Rault. Über ihn bestimmte Frankreich die Politik an der Saar. Das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung blieb gespannt. Eine echte parlamentarische Vertretung fehlte. Der 1922 errichtete Landesrat hatte nur beratende Funktion. Er wurde jedoch zu einem Forum saarländischer Interessen. Als Eigentümer der Saargruben war Frankreich mächtigster Arbeitgeber an der Saar. Daraus ergaben sich vielfältige Möglichkeiten wirtschaftlichen und kulturellen Einflusses:
Die "Mines domaniales" richteten für Kinder ihres Personals eigene Volksschulen ein (Domanialschulen), in denen auch die französische Sprache gelehrt wurde. Wichtige Manifestationen der nationalen Zugehörigkeit waren:
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