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Naturschutz
 

Steinberg bei Oberlinxweiler/Remmesweiler

Arbeiter im Steinbruch, Historisches Bild von 1925
Arbeiter im Steinbruch, Historisches Bild von 1925
Der Steinberg und der östlich benachbarte Spiemont, welche für die hindurchfließende Blies die „Linxweiler Pforte“ bilden, verdanken ihren Ursprung unterirdischem Vulkanismus. Sie sind als so genannte Intrusivkörper im Erdzeitalter Perm vor rund 280 Mio. Jahren erstarrt und überragen heute ihre Umgebung, weil sie als Kuselit-Hartsteinfelsen nachfolgenden Erosions-Abtragungen widerstanden haben.
Nicht mehr jedoch die Teile dieser Felsen, die seit 1905 im Steinbruch unter harter menschlicher Arbeit zu Basalt-Pflastersteinen und anderen Hartstein-Produkten geschlagen worden sind. Bis nach Paris sollen diese geliefert worden sein und dort noch heute einige Prachtstraßen bilden, über welche auch die Helden der Tour de France traditionell ihre Schluss-Etappe fahren.

Zum Glück für das dort seit 1999 ausgewiesene Naturschutzgebiet wurde der Ende der 60er Jahre aufgegebene Steinbruch im Steinberg nur wenig verfüllt und nicht rekultiviert, sondern blieb einfach der Natur überlassen.
Folge war, dass in diesem Gebiet schon Mitte der 80er Jahre nach biologischen Kartierungen eine außergewöhnlich reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt mit einigen Raritäten vorgefunden wurde. Letztlich waren damit damalige Pläne des Abfallbeseitigungsverbandes, dort eine Hausmülldeponie einzurichten, zum Scheitern verurteilt. Denn nach langjährigem Rechtsstreit konnte sich die Stadt St. Wendel mit ihrem von der breiten Bürgerschaft getragenen Wunsch durchsetzen, das Gebiet als wertvolles Sekundär-Biotop - sozusagen Natur aus zweiter Hand - zu schützen.
Auf einer Fläche von 47 Hektar umfasst das Naturschutzgebiet neben dem alten Steinbruch auch den Buchenwald auf den südlichen Hangflächen, wo kein Gesteins- Abbau stattgefunden hat. Auch innerhalb der von kahlen Felsen geprägten Abbauflächen konnten sich bei günstigen Substrat- und Wasserverhältnissen bereits wieder Gebüsche und einzelne Gehölzinseln ausbreiten. Es ist diese Mannigfaltigkeit der kleinräumig wechselnden Standorteigenschaften, einher gehend mit einer Verzahnung unterschiedlicher Kleinbiotope, welche den besonderen Naturschutz-Wert des Steinberg ausmacht. Bei den Pflanzen finden sich Wärme liebende Arten der Magerrasen ebenso, wie Feuchtezeiger, z.B. die Blasensegge, oder Schattengewächse, wie Aronstab oder Waldmeister. Und auch seltene und gefährdete Tierarten, wie Ödlandschrecke, Schlingnatter, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke und Wespenspinne, konnten hier die ihnen zusagenden Lebensräume finden.
Unser empfohlener einstündiger Rundspaziergang führt Sie auf teils steilen Trampelpfaden durch eine Felslandschaft, in der man einen Wild-West-Film drehen könnte. Besonders nahe der Abbruchkanten ist Vorsicht geboten – deshalb bleiben Sie bitte unbedingt auf den ausgetretenen Pfaden. Zurück zum Ausgangspunkt am Schützenhaus geht es über bequeme Waldwege.

Die Sukzession im Naturschutzgebiet, die Evolution von Ökosystemen, kann man hier sehr deutlich erkennen
Die Sukzession im Naturschutzgebiet, die Evolution von Ökosystemen, kann man hier sehr deutlich erkennen
Stark bemooste Steine im Naturschutzgebiet Steinberg
Stark bemooste Steine im Naturschutzgebiet Steinberg

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