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Naturschutz
 

Taubental bei Kirkel

Blick auf die Burg Kirkel
Blick auf die Burg Kirkel
Der Bliesgau im Südosten des Saarlandes ist jüngster Kandidat zur Aufnahme in das Netz der Biosphärenreservate der UNESCO; das „Taubental“ bei Kirkel stellt mit 426 Hektar die größte Kernzone der im Jahr 2007 von der Landesregierung festgesetzten Biosphäre Bliesgau dar.

Das seit 1974 in Aufbau befindliche Netz der Biosphärenreservate besteht derzeit (Stand Juni 2008) aus 531 Gebieten in 105 Ländern. Diesem Programm der UNESCO mit Namen „Der Mensch und die Biosphäre“ liegt die Erforschung der komplexen Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt zugrunde. Umweltverträgliche Nutzungen der Naturgüter und der Schutz von Lebensräumen sollen in Modellgebieten erprobt und erforscht werden, um Fragen zu einer ökologisch, wirtschaftlich und sozial verträglichen Nutzung auf wissenschaftlichem Kenntnisstand fachübergreifend beantworten zu können.
In Deutschland gibt es derzeit 13 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate, wobei 11 Gebiete ganz oder teilweise in den neuen Bundesländern liegen.
Kernzonen kommt in diesem Programm die Funktion zu, als großflächige Naturschutzgebiete die Wertigkeit und Referenz einer vom Menschen möglichst unbeeinflussten Entwicklung zu bieten. Sie sollen mindestens drei Prozent der Gesamtfläche des Biosphärenreservats ausmachen und dem Ziel entsprechend vor menschlichen Nutzungen sowie störenden Einflüssen geschützt werden.

Zurück zu dem in diesem Sinn als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Taubental: Seine Auswahl als Kernzone erfolgte, weil hier eine zusammenhängende Staatswaldfläche mit naturnahem Laub-Mischwald und teils altem Baumbestand auf geomorphologisch stark bewegtem Gelände auf Bunt-Sandstein gegeben ist. Die hier vorliegende geologische Formation zwischen oberem und mittleren Bunt-Sandstein wird auf ein Alter von 225 Millionen Jahre geschätzt und ist nach anerkannter Theorie in einem wüstenähnlichen Klima durch schichtweise Ablagerungen von in langen Zeitzyklen erodierten Hochgebirgen entstanden, indem diese Ablagerungen sich unter Erddruck verfestigten und Millionen Jahre später durch tektonische Verschiebungen wieder an die Oberfläche der Erdkruste gedrückt wurden. Die sich noch heute bis 50 Meter über den Geländehorizont erhebenden Felsen weisen einen höheren Anteil an Eisenerz auf und waren so merklich widerstandsfähiger gegen den nagenden Zahn der Zeit, der ihre Nachbar-Ablagerungen inzwischen wiederum abgetragen hat.

Dank der ausgezeichneten Wegführung und Beschilderung des fünf Kilometer langen Felsenweges, der als Rundwanderweg der Gemeinde Kirkel auch an dem dortigen geologischen Lehrpfad vorbei führt, können Sie die Entstehungsgeschichte dieser markanten Felsen vor Ort nachempfinden (siehe Karte).

In der Biosphäre Bliesgau, die 2008 um die Stadt St. Ingbert erweitert worden ist, gibt es neben dem Taubental 10 weitere Kernzonen auf Waldstandorten, in welche auch aufgelassene Sand- oder Kalkstein-Abbaustätten einbezogen sind. Auf diesen insgesamt 1.100 Hektar Fläche wird der Natur sozusagen freie Hand gelassen, sich in natürlicher Sukzession zu entwickeln. Mit der Zeit werden sich naturnahe Waldbilder mit reichhaltig Totholz und entsprechender Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten, die auf solche Strukturen angewiesen sind, einstellen.

Felsenformation im NSG Taubental
Felsenformation im NSG Taubental

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