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Ministerium für Inneres, Kultur und Europa
 

Beobachtungsbereich Rechtsextremismus 2010

 

Allgemeine Entwicklung und Zahlen

Personenpotenzial

Rechtsextremistischen Bestrebungen im Saarland waren 2010 noch rund 340 Personen zuzurechnen. Gegenüber dem Vorjahr (ca. 410 Personen) bedeutet dies eine Verringerung des Mitglieder-/Anhängerpotenzials um 17, gegenüber 2008 (ca. 450 Personen) sogar um nahezu 25 Prozent. Zu dieser Entwicklung dürfte in der Hauptsache beigetragen haben, dass nach ausgebliebenen Wahlerfolgen viele Mitglieder dem rechtsextremistischen Parteienspektrum den Rücken kehrten und auch die Anziehungskraft der subkulturell geprägten Szene offensichtlich nicht mehr so prägnant ist wie zu früheren Zeiten. Allerdings ist anzumerken, dass es sich bei dieser Beschreibung, die auch lagerinterne Verschiebungen zu berücksichtigen hat, um eine Momentaufnahme handelt und bei einer Veränderung der ausschlaggebenden Parameter sich sehr schnell wieder ein anderes Ergebnis zeigen kann. Erwähnenswert ist zudem, dass auch 2010 weitere Anstrengungen der Szene um ein subtileres und zeitgemäßeres Erscheinungsbild unverkennbar waren.

Beispielhaft für einen Mitgliederverlust einerseits und das Bemühen um ein professionelleres Auftreten andererseits steht der saarländische Landesverband der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD), dessen Vorsitzender bei der internen Kommunikation, vor allem aber bei der Öffentlichkeitsarbeit auf das Internet setzt. Nach dem „Superwahljahr 2009“ stand für die saarländischen Nationaldemokraten im abgelaufenen Jahr lediglich die Entscheidung über das Oberbürgermeisteramt in Völklingen am 5. September auf der wahlpolitischen Agenda. Dabei erreichte ihr Landesvorsitzender, den sie als Kandidaten ins Rennen geschickt hatten, nur 3,6 Prozent der Stimmen. Mit diesem Ergebnis blieb nicht nur der von der Partei im Stillen erwartete und für die Außendarstellung wichtige Achtungserfolg aus, sondern auch die erhoffte Initialzündung zur Wiederbelebung der nach den Enttäuschungen bei den Wahlen 2009 stark erlahmten Parteiarbeit. Diese hatte sich gerade im ersten Halbjahr 2010 durch Passivität der Führungsebene und mangelndes Interesse der Mitglieder an den spärlich initiierten Aktivitäten ausgezeichnet und zu einem deutlichen Rückgang des Mitgliederbestandes auf rund 110 Personen (2009: rund 180) geführt. Letztlich wurde deutlich, dass die von der Parteispitze vornehmlich betriebene „Politik auf Internetbasis“ fehlende arbeitsfähige und engagierte Organisationsstrukturen sowie Defizite bei der politischen und sozialen Kompetenz des Personals vor Ort nicht ersetzen kann.

Trotz dieser negativen Vorzeichen musste die Saar-NPD nicht um ihre Vormachtstellung innerhalb des organisierten Rechtsextremismus bangen. Insbesondere drohte ihr seitens des weiterhin völlig inaktiven Landesverbandes der „Deutschen Volksunion“ (DVU) keine Konkurrenz. Nicht zuletzt diese faktische Alleinstellung ließ die saarländischen Nationaldemokraten dann auch in der Diskussion um die Verschmelzung ihrer Partei mit der DVU völlig gelassen agieren.

Tabelle:    Entwicklung des rechtsextremistischen Personenpotenzials im Saarland innerhalb der letzten fünf Jahre

 

2006

2007

2008

2009

2010

Gesamtpersonenpotenzial

 470

 450

 450

 410

 340

davon Gewaltbereite

 170

 150

 130

 110

 100

 

 

Politisch motivierte Kriminalität (PMK)

Die Gesamtzahl der im Jahr 2010 zu registrierenden rechtsextremistisch motivierten Straftaten lag mit 128 deutlich unter der Marke des vorangegangenen Jahres (191); erstmals seit 2005 sank die Summe der Straftaten wieder unter die des Vorjahres. Propaganda- und Volksverhetzungsdelikte machten erneut mit rund 93 % (2009: 91 %) den überwiegenden Anteil dieser Straftaten aus.

Auch hinsichtlich der in den Gesamtzahlen enthaltenen rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten war mit 7 Fällen ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (13) zu verzeichnen.

 

Tabelle:    Entwicklung der rechtsextremistisch motivierten Straftaten im Saarland innerhalb der letzten fünf Jahre

 

2006

2007

2008

2009

2010

Straftaten insgesamt

 120

132

173

191

128

davon Gewalttaten

8

12

8

13

7

 

Der deutliche Rückgang spiegelte sich in allen Teilbereichen wider.

Tabelle:    Straftaten nach Zielrichtung

 

2006

2007

2008

2009

2010

Straftaten insgesamt

120

132

173

191

128

Antisemitische Zielrichtung

13

18

10

16

6

Fremdenfeindliche Zielrichtung

18

16

29

26

11

Sonstige Zielrichtung

89

98

134

149

111

 

 In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass das Amtsgericht Saarbrücken am 6. Mai den Vorsitzenden der NPD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern aufgrund seiner Äußerungen beim „politischen Aschermittwoch“ der Saar-NPD am 25. Februar 2009 wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung einer Geldstrafe von 6.000 € verurteilte. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Das Landgericht Saarbrücken bestätigte am 19. Oktober die erstinstanzliche Entscheidung und wies die Berufung zurück. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte, legte am 26. Oktober Revision ein. Der Angeklagte kommentierte das Urteil mit den Worten: „Wir nähern uns chinesischen Zuständen, wenn die Meinungsfreiheit mit dem gummiartigen und unbestimmten Volksverhetzungsparagrafen Stück für Stück abgewürgt wird.“ Die Staatsanwaltschaft hatte im Berufungsprozess eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie eine Geldstrafe von 10.000  € gefordert.

 

Bündnisbetrebungen 

Hatte sich in 2009 eine lagerinterne Zusammenarbeit der verschiedenen rechtsextremistischen Kräfte im Saarland nach außen hin am ehesten noch zwischen der NPD und der Skinhead-/Kameradschaftsszene durch Kooperationsansätze bei Informationsständen und Aufzügen gezeigt, schien im vergangenen Jahr das Verhältnis der Kameradschaften zu den Nationaldemokraten stark abgekühlt zu sein. So war ein gemeinsames Auftreten nur noch vereinzelt festzustellen. Dies dürfte weniger auf einen Mangel an Gelegenheiten zurückzuführen sein, als auf die aus Sicht der NPD fehlende Notwendigkeit, sich in einem Jahr ohne bedeutende Wahlentscheidungen in der Fläche mit ohnehin nicht vorbehaltlos akzeptierten und dem eigenen Renommee nicht gerade zuträglichen „Fußtruppen“ abzugeben.

Nach der zwischenzeitlichen Beendigung des 2005 zwischen den Parteispitzen von NPD und DVU zur Vermeidung von Konkurrenzkandidaturen bei Wahlen geschlossen „Deutschland-Pakts“ versuchte die Saar-NPD offensichtlich weiter, einen belastbaren Konsens im rechtsextremistischen Parteienlager zu finden. Hierzu gehörte u. a. der „politische Aschermittwoch“ der saarländischen Nationaldemokraten am 17. Februar in Völklingen-Geislautern (Dorfgemeinschaftshaus). Neben Redebeiträgen des Saar-NPD-Chefs, des Pressesprechers der NPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern sowie des Vorsitzenden der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag richteten der DVU-Bundesvorsitzende und der Verantwortliche für die DVU-Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Grußworte an die Zuhörer. Das musikalische Rahmenprogramm der Veranstaltung, die - anders als noch eine Gemeinschaftsveranstaltung von Saar-NPD und Bundes-DVU am 1. Mai 2009 in Völklingen-Wehrden - ohne Protestaktionen des linken Lagers verlief, bestritt ein in rechtsextremistischen Kreisen bekannter Sänger. Während die saarländischen Protagonisten vor allem die Planungen einer Völklinger Moscheegemeinde, ein Minarett zu errichten, sowie die anstehende Völklinger Oberbürgermeisterwahl thematisierten, verwiesen die Gastredner auf zahlreiche Beispiele „nationaler Oppositionsarbeit“ auf kommunaler Ebene und forderten alle nationalen Kräfte auf, sich bei der politischen Arbeit nicht in einem unnötigen Gegeneinander zu verlieren.

Ende April warb der NPD-Landesvorsitzende wiederholt für ein gemeinsames Vorgehen des rechtsextremistischen Spektrums und startete auf seiner Internet-Seite eine Reihe unter dem Motto „Aufbruch in die Freiheit – Der Dritte Weg Deutschlands“. Dabei konstatierte er zunächst ein generelles Zerwürfnis im Parteiengefüge der Bundesrepublik Deutschland. Auch die Parteien NPD, DVU, „Die Republikaner“ (REP) sowie die „Pro-Verbände“ hätten durch fehlendes Miteinander bislang einen Erfolg der nationalen Sache verhindert. Im Weiteren stellte er eine Wechselwirkung von „antifaschistischer Propaganda“ mit der kollektiven Schuldzuweisung für zwölf Jahre nationalsozialistische Herrschaft und „rechtem Abwehrmechanismus“ fest. Es gelte daher, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Auf Grund ihrer ohnehin kooperativen Ausrichtung reagierten die saarländischen Nationaldemokraten dann nach außen auch unaufgeregt auf die Verschmelzung ihrer Partei mit der DVU.

Diese wurde beim NPD-Bundesparteitag am 5./6. Juni 2010 in Bamberg medienwirksam von den beiden Parteivorsitzenden von NPD und DVU angekündigt. Damit  leiteten sie einen Prozess ein, den selbst Insider nach der einseitigen Aufkündigung des bekannten „Deutschlandpaktes“ im Juni 2009 nicht für möglich gehalten hatten. In einem ersten Schritt wurden die Mitglieder beider Parteien aufgefordert, sich bis zum 21. Juli zu folgenden Fragen zu äußern:

1.      „Halten Sie eine Vereinigung von NPD und DVU für sinnvoll, sofern der NPD daraus keine neuen Schulden entstehen?“,

2.      „Soll eine Vereinigung auch mit anderen Parteien und Organisationen angestrebt werden?“ und

3.      „Halten Sie bei einer Vereinigung einen neuen Parteinamen für sinnvoll?“.

Die Parteibasen befürworteten – bei geringer Beteiligung – das Fusionsvorhaben deutlich. Mit Sonderparteitagen (NPD am 6. November in Hohenmölsen/Sachsen-Anhalt sowie DVU am 12. Dezember in Kirchheim/Thüringen) und Mitglieder-Urabstimmungen im Dezember setzten die Vertragspartner den eingeschlagenen Weg konsequent fort und konnten jeweils Zustimmungsquoten von über 90 % erreichen. Augenfällig war dabei, dass die NPD das Projekt forcierte und nahezu geschlossen auftrat, während sich bei der DVU Befürworter und Gegner mit Parteiordnungsmaßnahmen überzogen und in ihrer Handlungsfähigkeit immer wieder lähmten. Zum 1. Januar 2011 fusionierten die NPD und die DVU unter dem neuen Parteinamen „Nationaldemokratische Partei Deutschlands – Die Volksunion“ (NPD) und verkündeten dies im Rahmen eines „Festaktes“ am 15. Januar 2011 in Berlin-Lichtenberg. Inzwischen hat das Landgericht München jedoch einem Antrag auf eine einstweilige Verfügung der DVU-Landesverbände Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin stattgegeben und die Fusion für rechtlich unwirksam erklärt.

Einzelaspekte

NPD

Mit der Gliederung in Landesverband, die Kreisverbände Saar-Ost, Saar-West und Saarbrücken sowie die Ortsvereine Schafbrücke, Völklingen und Ottweiler blieb die Organisationsstruktur der Saar-NPD 2010 unverändert. Ein Landesparteitag zur Jahresmitte, bei dem der seit fünf Jahren amtierende Landesvorsitzende ohne Gegenkandidat einstimmig in seiner Funktion bestätigt wurde, zeigte aber auch auf, dass ihre Personaldecke sehr dünn ist und nur wenige Mitglieder intensiv Parteiarbeit leisten, während sich bei der Mehrzahl zunehmend politisches Desinteresse und Inaktivität breit machen. Ihre Landesgeschäftsstelle in Saarbrücken-Burbach mussten die Nationaldemokraten zum Jahresende 2010 aufgeben, da die Räumlichkeiten durch den Eigentümer anderweitig vermietet wurden. Damit verloren sie fürs Erste nicht nur ihre räumliche Unabhängigkeit hinsichtlich der Durchführung von Veranstaltungen und Schulungen, sondern zugleich auch ihr logistisches Zentrum.

Die Saar-NPD verfügt über vier kommunalpolitische Mandate, die auf drei Personen verteilt sind. Während sich die zweiköpfige NPD-Fraktion im Völklinger Stadtrat durch ihre Außendarstellung und das propagandistische Aufgreifen lokaler Themen wie z. B. das Minarettbauvorhaben einer muslimischen Gemeinde in Wehrden und die Diskussion um eine mögliche Umbenennung des Stadtteils Hermann-Röchling-Höhe wegen der NS-Vergangenheit des Namensgebers relativ rege zeigte, war der NPD-Vertreter im Saarbrücker Stadtrat für die Bürger der Landeshauptstadt nicht wahrnehmbar. Seine eigens für den Landtagswahlkampf 2009 eingerichtete persönliche Website ist inzwischen offline.

Ein Mitglied des NPD-Landesvorstandes, das auch für eine Anfechtung der Wahl zum saarländischen Landtag vom 30. August 2009 verantwortlich zeichnet, initiierte im Juli 2010 nach entsprechendem Vorverfahren beim Bundesverfassungsgericht eine Wahlprüfungsbeschwerde mit dem Ziel, die Verfassungswidrigkeit der 5-Prozent-Sperrklausel bei der Europapawahl am 7. Juni 2009 feststellen zu lassen. Eine Entscheidung steht noch aus.

Ungeachtet der Problemstellungen im eigenen Landesverband scheint der saarländische NPD-Vorsitzende -offensichtlich nicht zuletzt auf Grund seiner Internetpräsenz- über die Landesgrenzen hinweg innerhalb der Partei bzw. innerhalb des ihr nahestehenden Spektrums über ein gutes Renommee zu verfügen. So wurde er im Februar 2010 durch das NPD-Parteipräsidium kommissarisch mit der Führung des rheinland-pfälzischen Landesverbandes der Nationaldemokraten betraut, um dort nach satzungsgemäßer Feststellung des „organisatorischen Notstandes“ die Voraussetzungen für einen Neuanfang mit Vorstandswahlen zu schaffen. Nach einem unter seiner Regie durchgeführten Landesparteitag mit Neuwahlen am 27. März erklärte er, seinen Auftrag erfüllt zu haben.

Mitte März entwickelte sich im Diskussionsforum des rechtsextremistischen Internet-Portals „Gesamtrechts.net“ eine rege Debatte zu der Frage, ob der Saar-NPD-Chef möglicherweise auch der „geeignete Mann für den Parteivorsitz“ sein könnte, um den „ausgelaugten“ Amtsinhaber abzulösen. Der Betroffene selbst zeigte sich erstaunt über den Wirbel und sprach zunächst von einer „Phantom-Diskussion über den Parteivorsitz“, an der er nicht teilnehme.

Das rechtsextremistische Internet-Portal „Gesamtrechts.com“ meldete am 1. Juni, der saarländische NPD-Vorsitzende sei am 29./30. Mai in den Vorstand der von ehemaligen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründeten „Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP) gewählt worden, zu deren Hauptaktivitäten Vortragsveranstaltungen und jährliche Kongresse zählen, auf den sie rechtsextremistischen Rednern entsprechende Foren bietet. In einem Kurzinterview zu seiner neuen Aufgabe führte der Betroffene u. a. aus, er wolle sich als „Querdenker“ verstanden wissen. Die GfP sei ein wichtiges Instrument „im Ringen um echte Meinungsfreiheit“. Vieles könne nicht über Parteien geleistet werden, es bedürfe vielmehr geeigneter Vor- und Umfeldarbeit.

Auch 2010 pflegten die Nationaldemokraten ihr Selbstbild als „Kümmererpartei“ und „Wahrer deutscher Interessen“. So versuchte die Saar-NPD, sich in die Mitte Januar aufkeimende öffentliche Diskussion um die geplante bauliche Erweiterung der Selimiye-Moschee in Völklingen-Wehrden einzumischen. Zu den Planungen der dortigen türkisch-islamischen Gemeinde, ihr Moscheegebäude mit drei Kuppeln und einem Minarett zu versehen, schrieb der NPD-Landesvorsitzende und Vorsitzende der NPD-Stadtratsfraktion auf der Website seines Verbandes unter der Überschrift „Völklingen braucht kein Minarett!“, seine Fraktion lehne dieses Bauvorhaben ab. Dabei gehe es ihr weniger um bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Aspekte, sondern vielmehr darum, dass der Völklinger Stadtteil Wehrden schon heute „symbolisch für die gescheiterte Integrationspolitik und den Überfremdungswahn der etablierten Parteien“ stehe. Ein Minarett möge für die „kulturfremde Religionsgemeinschaft“ eine Zierde sein, für die Deutschen in Völklingen bedeute es vielmehr „einen weiteren kulturellen und architektonischen Schock“. Daher sei beabsichtigt, sich mit vielfältigen öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie Informationsständen, Aufklärungsabenden und einer Unterschriftenaktion zu positionieren und die Bürger über das Ansinnen „ihrer zu großen Teilen unerwünschten Nachbarn“ zu informieren und das Bauvorhaben so letztlich zu verhindern. Parallel dazu wurde über die Website der Saar-NPD eine Meinungsumfrage gestartet.

In einem weiteren Webbeitrag unter dem Titel „Ablehnende Haltung in der Völklinger Minarett-Frage besiegelt“ legte der NPD-Landesvorsitzende nach und berichtete von einer Sitzung des Völklinger Stadtratsausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, in der über die geplante Baumaßnahme informiert worden sei und in deren Rahmen er die ablehnende Haltung der NPD deutlich gemacht habe. Im Weiteren stellte er heraus, er empfinde den „Bau von Moscheen und Minaretten in Deutschland als eine Frechheit“. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Moscheebetreiber vom türkischen Staat gesteuert werde und es sich somit „de facto um eine Landnahme der Türkei in unserer Heimat“ handele.

In einer anderen Interneteinstellung unter der Überschrift „Islam für Linke und Grüne wichtiger als Demokratie“ sowie in einem auf der Homepage der Völklinger NPD-Stadtratsfraktion zum Download angebotenen Faltblatt mit dem Titel „Kein Minarett in Völklingen“ begleiteten die Nationaldemokraten die Thematik darüber hinaus propagandistisch. Parallel dazu wurde die Eingangsseite der Website mit der von der NPD-Strategiekommission vorgeschlagenen Zusatz-Eigenbezeichnung „Die soziale Heimatpartei“ und der Darstellung fallender Minarette versehen.

Zusammen mit Angehörigen der Kameradschafts-Szene besuchten Völklinger Nationaldemokraten dann auch eine themenbezogene Diskussionsveranstaltung des „Stadtteilforum Wehrden“ am 19. Januar, an deren Rand es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Veranstaltungsbesuchern und den Rechtsextremisten kam.

Im März berichtete die FPÖ-nahe österreichische Monatsschrift „Die Aula“ unter der Überschrift „Im saarländischen Völklingen formiert sich Bürgerprotest“ von dem geplanten Minarettbau und den NPD-Protestaktivitäten. Offensichtlich war die NPD aber nicht in der Lage, diese Aktivitäten über die ersten Wochen des Jahres hinaus am Leben zu erhalten. Erst zum Jahresbeginn 2011 startete sie den Versuch, die „Anti-Minarettbau-Kampagne“ wiederzubeleben.

Zu der im März vom türkischen Ministerpräsidenten erhobenen Forderung nach Einrichtung türkischer Schulen in Deutschland stellte die Saar-NPD fest, dies führe jegliche Integrationsbemühung ad absurdum; ein Eingehen auf die Forderung  käme letztlich einer Kapitulation gleich. Im Weiteren wurde die elementare Bedeutung der deutschen Sprache in der Integrationsfrage unterstrichen und vorgerechnet: „Subtrahiert man die kriminellen, arbeitsscheuen und chronisch integrationsunwilligen Türken (aber auch alle anderen Ausländer) von jenen, die sich nicht nur wegen der üppigen Leistungen auf dem Buffet der bundesrepublikanischen Sozialsysteme ausruhen, sondern tatsächlich Freude an der mitteleuropäischen Kultur und dem Leben in Deutschland haben, verringert sich die Zahl der zu integrierenden Ausländer auf ein vielleicht tatsächlich auch integrationsfähiges Minimum.“

Die Saar-NPD versuchte aber nicht nur mit ihrer fremdenfeindlichen Agitation öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen, sie betonte auch gerne ihre „nationale“ Sichtweise und diffamierte Institutionen und Repräsentanten der parlamentarischen Demokratie. Beispielsweise griff sie den Vorstoß einer Völklinger Bürgerinitiative auf, die den Stadtteil Hermann-Röchling-Höhe wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit des Namensgebers in „Bouser Höhe“ umbenennen will, und bezog eindeutig Stellung mit der Aussage, es sei eine Frechheit, einem der größten Arbeitgeber, die es jemals in Völklingen gegeben habe, aus „falschem Gutmenschen-Gehabe“ und linker Paranoia heraus als Kriegsverbrecher abzustempeln; stattdessen solle ihm ein wirklich angemessenes Denkmal in Völklingen gesetzt werden. In einem Webbeitrag unter der Überschrift „’Gierige Lumpen’ – Selbstbedienung im Saar-Landtag“ wurde Anfang Februar die angekündigte Erhöhung der Fraktions- und Personalmittel im Saarländischen Landtag thematisiert. Der NPD-Landesvorsitzende betonte dabei, es sei „unerträglich, mit welcher Ignoranz sich die Vertreter der Altparteien an dem schwer verdienten Geld der Bürger bedienten“. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen und immer mehr Armut, auch bei Kindern, sei es eine „bodenlose Frechheit“, eine Erhöhung in dieser Dimension vorzunehmen und zeitgleich von einem sparsamen Parlament zu reden.

Vor dem Hintergrund der Verurteilung des dortigen Ex-Bürgermeisters wegen des Besitzes von Kinderpornomaterial versuchte die NPD im Mai, sich im Raum Schiffweiler öffentlichkeitswirksam zu positionieren. Eine Hauswurfaktion mit mehreren tausend Exemplaren einer Faltkarte „Finger weg von unseren Kindern“ blieb aber ohne Resonanz.

 

„Deutsche Volksunion“ (DVU)

Ende Februar begann in den rechtsextremistischen Internetportalen wie „Altermedia“, „Gesamtrechts“ oder „Thiazi-Forum“ eine intensive Spekulation über Bestrebungen zur „Abwicklung der DVU“. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand dabei der DVU-Parteivorsitzende, dem persönliches und politisches Fehlverhalten vorgeworfen wurde. Er habe seine Partei in eine ausweglose Situation zwischen den Blöcken NPD und straff geführte „Pro-Bewegung“ manövriert. Es stelle sich die Frage, ob er überhaupt noch willens und in der Lage sei, die DVU zu erneuern und zu führen. In diesem Kontext war auch von „konkreten Gesprächen“ des Partieivorsitzenden mit NPD-Spitzenfunktionären die Rede, die zum Ziel hätten, ihn und möglichst große Teile seiner Partei in die NPD einzubinden. Das tatsächliche Fusionsszenario von NPD und DVU bestätigte dies letztlich. Seitens des noch ca. 30 Personen starken saarländischen Landesverbandes der DVU oder einzelner Mitglieder sind keine Reaktionen auf den Vereinigungsprozess mit der NPD bekannt geworden.

Subkulturell geprägte und gewaltorientierte Rechtsextremisten – insbesondere Skinhead-/Kameradschafts-Szene

Das rechtsextremistisch beeinflusste Skinhead-Spektrum sowie die so genannten Kameradschaften erfahren in der Regel die größte öffentliche Aufmerksamkeit. Vornehmlich wegen ihres provokanten martialischen Auftretens und der nicht selten von ihnen ausgehenden körperlichen Übergriffe werden sie als die „bedrohlichste“ rechtsextremistische Variante empfunden. Auf Grund ihrer Spontaneität sind sie unberechenbar und je nach Anlass kurzfristig aktionsfähig.

Offensichtlich hat diese Szene im Jahr 2010 – auch für rechtsextremistisch ideologisierbare Jugendliche – weiter an Attraktivität verloren. So waren ihr noch rund 100 Personen zuzurechnen (2009: ca. 110).

2010 waren im Saarland keine Anhaltspunkte für rechtsterroristische Bestrebungen zu erkennen. Festzustellen war aber eine latente Gewaltbereitschaft in Teilen der rechtsex-tremistischen Szene, eine Affinität zu Waffen und Sprengstoff sowie zu Kampfsportarten. Diese Faktoren bergen ein schwer kalkulierbares Risiko. Relativ spontane Taten von einzelnen Szenemitgliedern, die beispielsweise Waffen auch ohne langfristige Zielsetzung und politische Konzeption besitzen, sind grundsätzlich jederzeit möglich. Erwäh-nenswert in diesem Zusammenhang ist die Verurteilung eines bekannten Neonazis durch das Amtsgericht Neunkirchen am 22. Juni wegen des Besitzes von Kriegswaffen, verbotenen Waffen und Munition sowie wegen des Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten.

Die saarländischen Kameradschaften machten im vergangenen Jahr nur wenig öffentlich auf sich aufmerksam. Beispielsweise wurden Anfang Juli im Großraum Saarlouis mehrere hundert DIN-A5-Flyer „Reih Dich ein“ der „Kameradschaft Saar Sturm“ an private Haushalte verteilt. Ende September erklärte diese dann allerdings auf ihrer Internetseite ohne nähere Erläuterung ihre Auflösung. Seit Oktober ist die im Großraum Merzig beheimatete „Kameradschaft Saarstaffel“ online.

Die engen Beziehungen hiesiger Kameradschaftsstrukturen zur Szene in der Westpfalz machte nicht nur die Teilnahme einiger Aktivisten an einem von der Kameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ (NWZ) organisierten „Trauermarsch“ unter dem Motto „Gegen das Vergessen – 14.03.1945 Bombardierung von Zweibrücken!“ am 13. März deutlich. Darüber hinaus waren Beteiligungen an einer Gemeinschaftsveranstaltung von NWZ, „Freien Kräften Pirmasens“, NPD-Kreisverband Westpfalz und JN-Westpfalz zum 1. Mai in Pirmasens sowie an der vom NWZ organisierten „Demonstration für Demokratie und Meinungsfreiheit“ am 29. Mai in Homburg festzustellen.

Hingegen nicht belegbar war eine zielgerichtete politisch motivierte Beschäftigungsaufnahme von Rechtsextremisten bei privaten Sicherheitsunternehmen bzw. die Ausnutzung einer solchen Beschäftigung zur Verfolgung eigener politischer Ziele. Eine entsprechenden öffentlichen Diskussion hatte sich Mitte August auf Grund einer Pressemitteilung der autonomen „Antifa Saar/Projekt AK“ über den Einsatz von Personen der rechtsextremistischen Szene des Saarlandes als Securitypersonal beim 12. „Rocco del Schlacko“ in Püttlingen-Köllerbach entfacht. In diesem Kontext waren im Internet selbst gefertigte „Belegfotos“ von drei „erkannten neonazistischen Sicherheitskräften“ mit Vor- und Nachnamen sowie Angaben zu ihren jeweiligen Funktionen innerhalb der rechten Kameradschaftsszene im Saarland veröffentlicht und behauptet worden, dies sei „lediglich die Spitze des Eisbergs“ und es habe sich um einen politisch motivierten Einsatz gehandelt. Die Ermittlungen hierzu ergaben, dass dem „Security-Einsatz“ tatsächlich rein persönliche wirtschaftliche Einzelinteressen zu Grunde lagen.


Rechtsextremistische Musik

Die Bedeutung rechtsextremistischer Musik für die saarländische Szene insbesondere als identitätsstiftender Faktor und Mittel, Jugendliche oder junge Erwachsene an ihre Ideologie heranzuführen, blieb auch im vergangenen Jahr ungebrochen. Die Bandbreite reichte von der Durchführung heimischer Konzertveranstaltungen bis hin zur Verteilung von Musikträgern. So wurden Jugendlichen am 23. September in Alt-Saarbrücken und vor dem Wirtschaftsgymnasium in der Vorstadtstraße von zwei bekannten Rechtsextremisten CDs mit dem Titel „Anpassung ist Feigheit – Lieder aus dem Untergrund“ angeboten. Hierbei handelte es sich um eine ältere Version der sogenannten „Schulhof-CD“ aus dem Jahr 2004. Die alarmierte Polizei erfasste die Personalien der Verteiler und stellte mehrere Tonträger sicher.

Der Vertrieb rechtsextremistischer Musik, der offensichtlich auch eine nicht zu vernachlässigende wirtschaftliche Komponente aufweisen kann, erfolgt in vielfältiger Form insbesondere via Internet, durch einschlägige Musikversandhandlungen, mobile Händler und durch Szeneläden. Zu diesen zählt im Saarland der Bexbacher Laden „First Class Streetwear“. Sein Inhaber baute im vergangenen Jahr sein parallel betriebenes Onlinegeschäft, über das er auch Tonträger mit ergänzenden Lifestyle-Accessoires vermarktet, weiter aus.

2010 waren im Saarland drei kleinere Skinhead-Konzerte zu verzeichnen, die jeweils in St. Ingbert stattfanden (2009: drei Skinhead-Konzerte und zwei NPD-Veranstaltungen mit musikalischem Begleitprogramm). Die Veranstaltungen am 6. Februar, 20. März und 31. Dezember verliefen szenetypisch und blieben ohne Außenwirkung.

Für den Bekanntheitsgrad der Formation „Jungsturm“ über die saarländischen Landesgrenzen hinaus spricht ihre Beteiligung an mehreren Musikveranstaltungen des vergangenen Jahres im Bundesgebiet und auch im Ausland. So trat sie im Rahmen eines „Hammerskin“-Konzertes am 29. Januar im schwedischen Södermanlands gemeinsam mit den Bands „Verszerzödes“ (Ungarn) und „Vit Legion“ (Finnland) auf. Am 10. April sollte „Jungsturm“ zusammen mit „Kurzschluss“ (Singen/BW), „System Infarkt“ (Ilmenau/TH) und „Vargr I Veum“ (Schweiz) im baden-württembergischen Söllingen ein Konzert geben. Durch die kurzfristige Absage des Pächters der Veranstaltungsräumlichkeiten kam dieses jedoch letztlich nicht zustande. Die bereits angereisten Bands und Besucher, darunter auch Aktivisten aus dem Saarland, waren sehr verärgert, da keine Ersatzlokalität zur Verfügung stand. Am 15. Mai beteiligte sich die saarländische Band gemeinsam mit „Untergrundwehr“ (Würzburg) und „Stray Bullet“ (Unterfranken) an einer „Geburtstagsfeier und Soli-Party für inhaftierte Kameraden mit Live-Musik“ im oberfränkischen Obertrubach. Die Veranstaltung, die mit bis zu 150 Besuchern auf einem Privatgelände stattfand, verlief szenetypisch und hatte keine Außenwirkung. Am 17. Juli trat „Jungsturm“ vor ca. 200 Besuchern mit der ortsansässigen Band „The Slapguns“ und den Gruppen „Frontalkraft“ (Cottbus), „Hetzjagd“ (Bremen) sowie „Verszerzödes“ (Ungarn) in Villingen-Schwenningen auf. In einer Rumpfbesetzung gestalteten die Saarländer mit zwei fränzösischen Gruppen am 11. September in Toul bei Nancy die von rund 200 Personen besuchte Eröffnungsfeier für das neue Clubheim der französischen Skin-Band „Elsass-Corps“.

Auf einem Gelände bei Volmunster-Eschwiller/Frankreich, das von saarländischen Kameradschaftsaktivisten zur Verfügung gestellt worden war,  fanden 2010 mindesten zwei Konzertveranstaltungen der Szene statt. Zum Einen handelte es sich um ein großes „Hammerskin“-Konzert am 3. Juli mit bis zu 400 Besuchern. Während der störungsfrei verlaufenen Veranstaltung spielten die Szenebands „Legion of Thor“ (Berlin), „Radikahl“ (Weimar), „12 Golden Years“ (Apolda) und „Uwocaust“ (Bandprojekt von „Burn Down“, Potsdam). Zum Anderen ging es um ein Konzert am 18. September, das von bis zu 250 Personen besucht wurde. Während der in einem Großzelt durchgeführten Veranstaltung traten die deutschen Skin-Bands „The Slapguns“/BW, „Confident of Victory“/BB, „Libertin“/NW und „Blitzkrieg“/SN auf.

Über die genannten Veranstaltungen hinaus waren saarländische Szenemitglieder bei einem großen „Live and Loud“-Konzert am 6. November in Leffinge/Belgien vertreten. Während der störungsfrei verlaufenen Veranstaltung mit rund 800 Personen traten die Bands „Endstufe“ (Bremen), „Headcase“ (Belgien), „Skinfull“ und „Tattooed Mother Fuckers“ (beide Großbritannien) sowie „Steelcapped Strength“ (Schweden) auf.


Nutzung neuer Medien - Saarländische Rechtsextremisten online

Das Internet als Massenkommunikations- und Informationsmedium ist auch für Rechtsextremisten unverzichtbar geworden. Dies gilt für die eigene Organisation und Vernetzung, die interne Kommunikation und Mobilisierung sowie die Verbreitung von Propaganda. Offene Diskussionsforen wie „Altermedia“ oder „Thiazi-Forum“, ergänzt durch passwortgeschützte Chatrooms, ermöglichen den Rechtsextremisten, jederzeit und ggfls. ungestört miteinander in Verbindung zu treten. So nutzen selbstverständlich auch saarländische Rechtsextremisten immer wieder bundesweite Kommunikations- und Kennlern-Netzwerke wie „wer-kennt-wen“ (wkw), „My Space“, „Facebook“ oder „StudiVZ“, Videoportale wie „You Tube“, offene Verkaufsplattformen wie „Amazon“ oder „ebay“ und soziale Netzwerke wie „Twitter“. Sie zeigen sich aber auch initiativ bei der Umsetzung eigener Projekte wie beispielsweise bei der vom Saar-NPD-Chef 2009 aufgebauten Kontaktbörse „kennwerk.de“. Die Nutzung des Internets durch die saarländischen Nationaldemokraten entspricht im Übrigen auch den Vorgaben ihrer Bundespartei. Diese hatte ihre Mitglieder und Anhänger unter der Überschrift „Die NPD in der virtuellen Welt“ in der März-Ausgabe ihres Parteiorgans „Deutsche Stimme“ (DS) animiert, sich in Kontaktbörsen wie „MeinVZ“, „SchülerVZ“ oder „wer-kennt-wen“ zu präsentieren. Man wisse nicht erst seit gestern, dass das Internet eine „unverzichtbare und (noch) grenzenlose Waffe“ sei. Zwar existierten im weltweiten Datennetz „tausende nationale Seiten“, dennoch habe die nationale Opposition ihren Spielraum längst noch nicht ausgereizt. „Registriert euch überall dort, wo es sinnvoll erscheint“, betonte die NPD. Dabei solle beachtet werden, dass die Profile einen „offenen und humorvollen Menschen“ beschreiben. Auch solle nicht gleich offen unter NPD agiert werden; hilfreich sei mitunter die „schöne Erfindung virtueller Gruppen“, um seine Ziele und Absichten darzustellen. Abgerundet wurde der Beitrag mit zwei Beispielen einer gelungenen Selbstvermarktung. Abschließend erging die Aufforderung „Raus aus den Hinterzimmern, raus auf die Straße, raus in den Kampf mit modernen Kommunikationsmitteln!“.

Die Domain des „Aktionsbüro Saar“ wurde im Januar neu vergeben und steht der hiesigen Szene nicht mehr zur Verfügung. Sie war im Zeitraum 2004 bis 2008 die einflussreichste Kommunikationsplattform der saarländischen Skinhead-/Kameradschaftsszene.

Ende Mai schlossen sich die saarländischen Nationaldemokraten und ihr Landesvorsitzender der Reihe rechter Internetanbieter an, die die „Mikrobezahldienst Flattr“ nutzen wollen, und in der Erwartung, eine neue Einnahmequelle erschlossen zu haben, ihre Websiten mit dem entsprechenden Button versehen.