Pflegeversicherung
Antrag, Vorbereitung, Pflegestufen
- Pflegeversicherung:
Sie zahlt erst ab einem bestimmten Grad der Pflegebedürftigkeit. Sie wird in drei Stufen eingeteilt. Voraussetzungen sind täglicher Hilfebedarf bei der Körperpflege („Grundpflege“) und im Haushalt. Wer nur ab und zu Unterstützung braucht, fällt von vornherein durchs Raster.
- Antrag:
Stellen Sie einen formlosen Antrag auf Pflegeleistungen oder besorgen Sie sich ein Antragsformular bei Ihrer Krankenkasse – dort ist die Pflegeversicherung angesiedelt. Eine kommunale Beratungsstelle oder ein Pflegedienst kann helfen, den Antrag auszufüllen.
- Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK):
Er begutachtet, ob Patienten pflegebedürftig sind und Hilfen beim Gang zur Toilette, Waschen, An- und Ausziehen oder Essen benötigen. Der Gutachter benachrichtigt Sie, wann der Besuch in der Wohnung stattfinden wird.
- Pflegetagebuch:
Bereiten Sie sich auf den Besuch des MDK vor und halten Sie in einem Tagebuch fest, wobei Hilfe benötigt wird und wie viel Zeit für die Pflege notwendig ist. Vordrucke gibt es bei vielen Kassen.
- Demenzkranke:
Seit der Pflegereform vom Juli 2008 können sie je nach Betreuungsbedarf monatlich bis zu 200 Euro bekommen. Das gilt auch, wenn sie noch keine Pflegeleistungen erhalten (Pflegestufe 0). Wird der Betrag nicht ausgeschöpft, kann er in die Folgemonate übertragen werden.
- Widerspruch:
Erscheint Ihnen die Beurteilung des MDK ungerechtfertigt, können Sie Widerspruch einlegen oder einen Neuantrag stellen.
- Krankenkasse:
Sie finanziert die vom Arzt verordnete „Behandlungspflege“, wie zum Beispiel Wundversorgung.
Geld für die Pflege Pflegestufe Monatliche Pflegeleistungen in Euro
Häusliche Pflege durch zugelassene professionelle Pflegedienste (Sachleistung)
I Erhebliche Pflegebedürftigkeit 420 II Schwerpflegebedürftigkeit 980 III Schwerstpflegebedürftigkeit 1 470 III Härtefall 1 918
Häusliche Pflege durch Angehörige, Freunde oder andere Hilfskräfte (Pflegegeld)
I Erhebliche Pflegebedürftigkeit 215 II Schwerpflegebedürftigkeit 420 III Schwerstpflegebedürftigkeit 675
Vollstationäre Pflege im Pflegeheim
I Erhebliche Pflegebedürftigkeit 1 023 II Schwerpflegebedürftigkeit 1 279 III Schwerstpflegebedürftigkeit 1 470 III Härtefall 1 750
Ergänzende Leistungen für allgemeine Betreuung, zum Beispiel für Demenzkranke
0 – III bis zu 200
Broschüren und Bücher
Kostenlose Ratgeber-Broschüren des Bundesministeriums für Gesundheit
Gut zu wissen – das Wichtigste zur Pflegereform 2008. 20 Seiten.
Ratgeber Pflege. Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen. Berlin 2008. 106 Seiten. Bestelladresse: Bundesgesundheitsministerium Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock. Tel. 0 180 5/77 80 90 (14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz), www.bmg.bund.de, Stichwort Pflege.
Bücher der Stiftung Warentest
- Sabine Keller: Leben und Wohnen im Alter. Berlin 2006. 19,90 Euro.
- Sabine Keller: Pflege zu Hause. So organisieren Sie die Hilfe. Aktualisierte Neuauflage in Vorbereitung.
- Günter Niklewski, Heike Nordmann, Rose Riecke-Niklewski: Demenz. Hilfe für Angehörige und Betroffene. Aktualisierte Neuauflage in Vorbereitung.
Ratgeber der Verbraucherzentrale
- Pflegefall – was tun? Leistungen der Pflegeversicherung und anderer Träger verständlich gemacht. Düsseldorf 2008. 12,90 Euro.
- Ambulante Pflegedienste. Düsseldorf 2008. 9,90 Euro.
- Das Pflegegutachten. Die Einstufung durch den Medizinischen Dienst. Düsseldorf 2007. 4,90 Euro.
Bestelladresse: Verbraucherzentrale Bestellservice der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstr. 27, 40215 Düsseldorf, Tel. 0180 5/00 14 33 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz). www.verbraucherzentrale-nrw.de (Stichwort Ratgeber, Gesundheit und Pflege)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
- Leitfaden zur Pflegeversicherung. Antragstellung, Begutachtung, Widerspruchsverfahren, Leistungen. 9. aktualisierte Auflage 2008, 184 Seiten, 4,50 Euro.
- Ratgeber Häusliche Versorgung Demenzkranker. 2. Auflage 2007, 150 Seiten, 4,50 Euro.
Bestelladresse: Deutsche Alzheimer Gesellschaft Friedrichstraße 236, 10969 Berlin, Tel. 0 30/25 93 79 50, www.deutsche-alzheimer.de.
Weitere Buchtipps
- Anonymus: Wohin mit Vater? Ein Sohn verzweifelt am Pflegesystem. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 2008. 8,95 Euro.
- Helga Käsler-Heide: Wenn die Alten älter werden: Ein Ratgeber für erwachsene Kinder. Beltz Verlag, Weinheim 2008. 15,90 Euro.
- Andrea Miske: Pflegebedürftig ... und trotzdem gut betreut. Trias Verlag, Stuttgart 2008. 17,95 Euro.
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Internetratgeber
Kuratorium Deutsche Altershilfe
Umfangreiche Informationen über Beratungsstellen, Betreuungsangebote und Finanzierung. www.hilfe-und-pflege-im-alter.de
Pflegende Angehörige www.wir-pflegen.net www.pflege-shv.de www.biva.de
Haushaltshilfen aus Osteuropa Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, Villemomblerstr. 76, 53123 Bonn Tel. 02 28/7 13 14 14, www.arbeitsagentur.de
Telefonische Informationen
Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit 01805/ 996603 (14 Cent/Min. Festnetz) Mo bis Do 8 bis 18 , Fr 8 bis 12 Uhr
Bundesweite Pflegehotline des Netzwerks Pflegeberatung 01803/ 7705001, 02, 03 (9 Cent/Min. Festnetz), Mo, Mi 10 bis 13 , Do 14 bis 18 Uhr
Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 01803/ 171017 (9 Cent/Min. Festnetz), Mo bis Do 9 bis 18, Fr 9 bis 15 Uhr
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Deutsche Alzheimer Gesellschaft Kontakt: Friedrichstraße 236, 10969 Berlin, Tel. 0 30/25 93 79 50
Verbraucherzentrale
Verbraucherzentrale Anschrift: Bestellservice der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Stichwort Ratgeber, Gesundheit und PflegeMintropstr. 27, 40215 Düsseldorf. Tel. 0180 5/00 14 33 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz).
Bundesgesundheitsministerium
Bundesgesundheitsministerium Anschrift: Publikationsversand der Bundesregierung, Stichwort Pflege, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock. Tel. 0 180 5/77 80 90 (14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz)
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