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Naturschutz
 

Weiselberg bei Oberkirchen

Fünfkantig geformten Felssäulen im NSG Weiselberg
Fünfkantig geformten Felssäulen im NSG Weiselberg
Kennen Sie schon den Fritz-Wunderlich-Weg auf der stillgelegten Bahnstrecke von Freisen nach Kusel, benannt nach dem so früh verstorbenen Opernsänger aus Kusel? Dieser wunderschöne Radwander-Weg führt Sie auf der imposanten Bogenbrücke, dem Wahrzeichen von Oberkirchen, über das Ostertal direkt auf den kegelförmigen Vulkanithärtling Weiselberg zu.
Die Bogenbrücke, das Wahrzeichen von Oberkirchen
Die Bogenbrücke, das Wahrzeichen von Oberkirchen
Wegen seiner herausragenden geologischen Bedeutung 1951 von der damaligen Landesregierung unter Naturschutz gestellt, war der überwiegend bewaldete Weiselberg mit seinen Felspartien bis 1984 mit 50 Hektar das größte Naturschutzgebiet im Saarland. Die reichlichen Altholzbestände mit Traubeneiche, Sommerlinde, Spitzahorn, Bergulme und Rotbuche sowie die Fels-Hohlräume bieten Lebensraum für seltene Vogel- und Fledermausarten. Im Jahr 2000 erfolgte aufgrund der fachlichen Empfehlung des Pflege- und Entwicklungsplanes eine Erweiterung um 38 Hektar an der südlichen Hang-Basis mit dem Ziel, die dortigen Feuchtwiesen und Glatthaferwiesen zu schützen.
Diese teils staunassen Wiesen bieten die typische Vegetation submontaner Borstgrasrasen mit Arnika, Teufelsabbiss und Sumpfweidenröschen.Aufgrund der im Naturschutzgebiet heimischen Arten Grauspecht, Schwarzspecht, Neuntöter und Großes Mausohr steht der Weiselberg im Rang eines Europäischen Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebietes.

Eingang eines alten Achatstollen
Auch für Edelstein-Kenner ist der Weiselberg ein Begriff – nach ihm ist das dort vorkommende seltene Hartgestein, der tiefschwarz-glänzende Weiselbergit benannt. Nach geologischer Erkenntnis ist dieser Berg vor 280 Millionen Jahren entstanden, indem ein Vulkanschlot, bevor es zu einem Ausbruch kam, noch in der Erde erstarrte. Die Erosion trug die aufliegenden weicheren Schichten soweit ab, bis auf dem Gipfel und im so genannten „Steinernen Meer" die meist fünfkantig geformten Felssäulen zu Tage traten. Die Erstarrungsprozesse im Inneren des Berges bildeten Halbedelsteine aus, nach denen in Achatstollen noch bis zur Unterschutz-Stellung mühevoll gegraben wurde.

Die Gipfelrosette auf dem 570m hohen Gipfel des Weiselberges
Die Gipfelrosette auf dem 570m hohen Gipfel des Weiselberges
Pfad durch das Naturschutzgebiet Weiselberg
Unser in der anliegenden Karte eingetragener Rundweg von fünf Kilometern Länge liegt auf Strecken der von der Gemeinde Freisen neu angelegten „Weiselberg-Gipfeltour“ und ist teilweise sehr steil und steinig. Die Anstrengung, den 570 m hohen Gipfel zu erklimmen, belohnt mit einem grandiosen Ausblick über das St. Wendeler Land.

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