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Gesundheit
 

Mondorfer Gruppe

Das Saarland in der Mondorfer Gruppe

GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER DIE ENTSTEHUNG DER MONDORFER GRUPPE

Anlässlich der ersten, vom Rat der Europäischen Union initiierten Europäischen Woche der Suchtprävention unterzeichneten am 09.11.1992 Ministerin Christiane KRAJEWSKJ (Saarland), Minister Johny LAHURE (Luxemburg) und Minister Ullrich GALLE (Rheinland-Pfalz) als zuständige Gesundheits- und Sozialminister ihrer Länder und Vizepräsident Jean-Marie DEMANGE (Lorraine) in Bad Mondorf (Luxemburg) eine Vereinbarung zur länderübergreifenden Zusammenarbeìt in der Suchtprävention, die sog. Mondorfer Erklärung

Ziel der Mondorfer Erklärung war und ist es, vor dem Hintergrund der offenen europäischen Grenzen länderübergreifende Handlungsstrategien und Maßnahmen gegen die Suchtgefahren abzustimmen. U. a. sollten Fachkräfte die Gelegenheit zur überregionalen Kooperation erhalten und länderübergreifende Konzepte der Suchtprävention entwickelt werden. Angestrebt wurde auch die Erhebung gemeinsamer Daten als Grundlage für weitere Planungen.

Seit 1992 erfolgt die Kooperation durch regelmäßige Treffen einer Arbeitsgruppe der beteiligten Länder. lm Jahr 1993 übernahm das Saarland die Federführung von Luxemburg. Zum wechselseitigen Austausch von Fachkräften wurden die Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe in den beteiligten Regionen befragt, und es konnte eine daraus resultierende Adressenliste an interessierte Einrichtungen verschickt werden. Im August 1993 wurde ein erlebnispädagogisch orientiertes Präventionsprojekt mit gefährdeten Jugendlichen aus den Regionen

Luxemburg, Saarland und Rheinland-Pfalz in Marienthal (Luxemburg) durchgeführt. Darüber hinaus fand am 23.09.1993 in Saarbrücken eine länderübergreifende Tagung zum Thema Suchtprävention ohne Grenzen statt. Am 11.10.1993 trafen sich die zuständige Ministerin, die Minister und ein Vertreter der Region Lorraine in Saarbrücken und bekräftigten die im Jahr zuvor gefassten Beschlüsse zur Zusammenarbeit in der Suchtprävention.

Rheinland-Pfalz übernahm die Federführung der Mondorfer Gruppe im Jahr 1994. lm Zusammenhang mit der europäischen Woche der Suchtprävention wurde am 27.09.94 eine gemeinsame Fachtagung durchgeführt, in der die in den Regionen geplanten und umgesetzten Präventionsprojekte vorgestellt wurden. Eine zweite Fachtagung am 15.11.94 diente der Auswertung der im Rahmen der Europäischen Woche der Suchtprävention durchgeführten Projekte und dem Themenschwerpunkt Evaluation und Dokumentation.

Auch 1994 fand ein weiteres Naturerlebnisprojekt für gefährdete Jugendliche aus den beteiligten Regionen in Welschbillig (Rheinland-Pfalz) statt, Außerdem wurde 1994 die Beteiligung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens an der Mondorfer Gruppe vorbereitet. Die zuständige Ministerin, die Minister und ein Vertreter der Region Lorraine trafen sich am 06.10.1994 im Therapiezentrum „Villa Maria“, lngenheim. Im Rahmen dieses Treffens an dem auch Minister Karl-Heinz Lambertz von der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens teil nahm, wurde hinsichtlich der Mitarbeit dieser Region in der Mondorfer Gruppe Übereinstimmung erzielt.

Im selben Jahr fanden die ersten Vorbereitungsarbeiten zur Schaffung eines inter-regionalen epidemiologischen Beobachtungssystems, heute bekannt unter dem Namen „TRANSRELIS“, statt. Das System beruht auf der methodologischen Grundlage des in Luxemburg entwickelten Models RELIS (Nationales Datenerhebungssystems im Bereich Drogen und Drogensucht)

Unter dem Vorsitz von Präfekt Roger Benmebarek übernahm die Region Lorraine, bei einem Arbeitstreffen mit Ministerin Dr. Rose Götte (Rheinland-Pfalz) und Ministerin Marianne Granz (Saarland), am 10.03.1995 die Federführung der „Mondorfer Gruppe“.

1995 nahmen erstmals fünf lothringische Jugendliche an dem gemeinsamen erlebnis-pädagogisch orientierten Jugendprojekt in Dreisbach/ Saarland teil. Auf Anregung von Herrn Präfekt Roger Benmebarek wurde auch das Mitteilungsblatt Mondorfer Gruppe - Bericht der Zusammenarbeit entwickelt.

In den Jahren 1997 bis 1998 wurde die Gruppe unter dem Vorsitz Luxemburgs geleitet.

Am 9. November 1998 wurde die zweite Gemeinsame Mondorfer Erklärung von Ministerin Barbara WACKERNAGEL - JAKOBS (Saarland), Minister Georges WOHLFART (Luxemburg), Ministerin Dr. Rose GÖTTE Rheinland-Pfalz) und Minister Karl-Heinz Lambertz (Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) als zuständige Gesundheits- und Sozialminister ihrer Länder und Herrn Didier PETETIN, Préfet délégué pour la Sécurité et la Défense, Zone de Défense Est Région Lorraine (Frankreich) in Bad Mondorf unterzeichnet und damit die Grundlagen der zukünftigen Zusammenarbeit festgelegt.

lm Rahmen der dritten Europäischen Woche der Suchtprävention (16.-22.11.1998) ermöglichte die Gruppe den Zusammenschluss von Jugendlichen aus allen Partnerregionen zu einer interregionalen Rundtour zum Thema Suchtprävention.

Anschließend fand im Jahr 1999 ein weiteres Jugendprojekt in Worriken (Belgien) statt.

Die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens übernahm die Federführung der „Mondorfer Gruppe“ im Jahr 1998, und gab sie Beginn 2001 an das Saarland ab. 2003 – 2005 hatte Rheinland-Pfalz die Leitung der Gruppe inne, gefolgt von Frankreich/Département Moselle.

Seit Anfang 2007 liegt die Federführung bei der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in Eupen.

Für 2009 und 2010 wird Luxemburg die Federführung übernehmen.

Gemeinsame Erklärung der Mondorfer Gruppe

Französische Version: Historie und Erklärungen der Mondorfer Gruppe

Kontakte

Hier können Sie die Übersicht zur Suchtberatung und -behandlung im Saarland des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz herunterladen.