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Französisch im Saarland
Schulbereich
Zur Förderung der jeweiligen Partnersprache und von Austauschbeziehungen werden vor allem im Bereich der Grundschule eine Fülle von gemeinsamen Veranstaltungen des Centre Transfrontalier in St. Avold und des Landesinstituts für Pädagogik und Medien in Dudweiler angeboten. Auch für den Bereich der weiterführenden Schulen finden regelmäßig gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen statt. Ein besonderer Schwerpunkt war hier der bilinguale Unterricht. Im Bereich der Ausbildung waren Kontakte bisher Ergebnis einzelner Initiativen von Studienseminaren und Ausbildungsschulen. Seit 2003 finden mehrwöchige Ausbildungszeiten für LehramtsbewerberInnen in Ausbildungseinrichtungen der Partnerregion statt. Im Bereich der Weiterbildung findet auch im Schulbereich eine intensive Zusammenarbeit statt. So wurden über mehrere Jahre jährlich fünf bis sieben Lehrkräfte aus der Académie Nancy-Metz jeweils ein Jahr lang in Kooperation mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien und verschiedenen Studienseminaren in der deutschen Sprachen und der Didaktik und Methodik ihres Sachfaches in Vollzeit weitergebildet. Diese so weiter gebildeten Lehrkräfte wurden in die Lage versetzt, besonders qualifizierten deutschsprachigen Sachfachunterricht an ihrer Schule zu erteilen.
Das saarländische Kultusministerium veranstaltete in Kooperation mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien, der Europäischen Akademie Otzenhausen und in Abstimmung mit den Schulbehörden in Lothringen und denen weiterer Partnerregionen am 25. Januar 2006 im saarländischen Otzenhausen ein grenzübergreifendes FORUM „Austausch und Mobilität“. Am Forum nahmen 120 Lehrkräfte teil. Ziel dieses Forums, das der grenzübergreifenden Forenreihe „Die Großregion unterrichten“ angehörte, war es, schulische Möglichkeiten des Austauschs aufzuzeigen. Die EU-Kommission fördert projektorientierte Zusammenarbeit von Schulen im Rahmen des EU-Bildungsprogramms SOKRATES-COMENIUS. Projektorientierter Gruppenaustausch ebenso wie individueller Schüleraustausch haben sich in unserer Region etabliert. Neu ist hingegen die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, ein Betriebspraktikum in einer der Nachbarregionen zu absolvieren. Verstärkt nutzen auch Lehrkräfte in Ausbildung die Möglichkeit, schon im Rahmen ihrer Ausbildung Zeiten in Schulen und Ausbildungsinstitutionen der Nachbarregionen zu absolvieren.
Mehrsprachigkeit im Vorschul- und Schulbereich des Saarlandes Die Landesregierung orientiert sich in ihrer Sprachenpolitik an der Zielvorgabe der Mehrsprachigkeit des Europarats und der Europäischen Union. Mehrsprachigkeit wird hier verstanden als die Beherrschung mindestens zweier moderner Fremdsprachen durch möglichst viele Schülerinnen und Schüler, wobei die Sprache des Nachbarn angesichts der geografischen Nähe zu Frankreich natürlich von besonderer Bedeutung ist. An diese Fähigkeiten wird dann im Rahmen des Schulversuches „Französisch ab Klasse 1“ angeknüpft. Dem Unterricht in französischer Sprache und der französischen Sprache in den Versuchsschulen liegt eine an Sprechakten und Handlungsfeldern orientierte Progression zu Grunde. Methodische Grundsätze sind: spielerische Sprachbegegnung und musische Orientierung, einsprachige Immersion, Vorrang der mündlichen Sprachbegegnung, Orientierung an fächerübergreifender Arbeit und an Interkulturalität. Der Französischunterricht in den Jahrgangsstufen drei bis vier für die nicht am Schulversuch teilnehmenden Kinder strebt motivationale und sprachlich-fachliche Ziele an. So soll die Freude und Motivation für das Lernen anderer Sprachen als der Muttersprache geweckt und gestärkt werden und eine aufgeschlossene Haltung gegenüber anderen Sprach- und Kulturgemeinschaften gefördert werden, damit Vorurteile nicht entstehen oder sich nicht verfestigen (Förderung interkultureller Kompetenz und interkultureller Kommunikation). Eine grundlegende mündliche Sprachkompetenz auf der Basis sinnstiftenden Hörverstehens soll entwickelt und elementare Kenntnisse der Lebensweise in Frankreich kindgerecht vermittelt werden. An diese sprachlichen Kenntnisse und Vorerfahrungen kann im Sekundarbereich angeknüpft werden. Die Entscheidung, mit Französisch im Vor- und Grundschulbereich zu beginnen und dann Englisch im Sekundarbereich folgen zu lassen, wird von Experten befürwortet und hat sich in der Praxis bewährt. Für Grenzregionen wie das Saarland wird die Nachbarsprache als frühe Begegnungssprache empfohlen, weil sie motivierend ist und interkulturelles Lernen in hohem Maße ermöglicht. Im Schuljahr 2005/06 lernten an saarländischen Gymnasien und Erweiterten Realschulen jeweils rund 55% der Schülerinnen und Schüler Französisch als erste Fremdsprache, an Gesamtschulen knapp 40%. Nimmt man die zweite und am Gymnasium auch die dritte Fremdsprache hinzu, so lernten am Gymnasium alle Schüler im Laufe der Sekundarstufe I Französisch, an den ERS 63% und an den Gesamtschulen 53%. Englisch lernten am Gymnasium ebenfalls alle Schüler im Laufe der Sekundarstufe I, an den ERS 63% und an den Gesamtschulen 73% (Zahlen gerundet). Insgesamt gesehen lässt sich in den Schulen im Saarland in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Trend zur englischen Sprache konstatieren, der im Wesentlichen auf einem Nachfragerückgang des Unterrichts in den Fächern Französisch und Latein, vor allem als erster Fremdsprache, beruht. Die Neuordnung der Schulstruktur im Saarland mit Einführung der Erweiterten Realschule hat den Trend zur Wahl von Englisch als erster Fremdsprache weiter verstärkt. Prinzipiell kann nach der Neuordnung der Schulstruktur jeder Schüler in Klassenstufe fünf ein Angebot in den beiden Fremdsprachen Französisch und Englisch in vertretbarer Nähe vorfinden. Allerdings ist die Nachfrage nach Englisch in der Regel größer als nach Französisch, so dass ein Teil der Eltern Französisch als erste Fremdsprache für ihr Kind wählt, weil es einen Platz an einer bestimmten Schule (in der Nähe, mit gutem Ruf etc.) haben soll. Insgesamt gesehen kann gesagt werden, dass nur eine rigide, an einem inhaltlich überzeugenden Mehrsprachigkeitskonzept orientierte Schulfremdsprachenpolitik es bisher bewirkt hat, dass ein größerer Teil der saarländischen Schülerinnen und Schüler Französisch als erste Fremdsprache lernt.
o Grundschule mit bilingualem deutsch-französischem Zug o Gymnasien, Gesamtschule und Erweiterte Realschulen mit bilingualem deutsch-französischem Zug o Saarländisch-lothringisches Kooperationsprojekt MOSA |
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