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Justiz
 

Fachtagung "Möglichkeiten und Grenzen der Tätertherapie"

Ministerin a.D. Ingeborg Spoerhase-Eisel
Ministerin a.D. Ingeborg Spoerhase-Eisel

Die Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt veranstaltete am 28.11.2002 im Konferenzgebäude des saarländischen Rundfunks eine Fachtagung zu den "Möglichkeiten und Grenzen der Tätertherapie" im Rahmen häuslicher Gewalt.

Inhalt der Tagung waren die Fragen, welche Anforderungen an Tätertherapie sinnvollerweise zu stellen sind, was genau sie zu leisten vermag und wo sie an ihre Grenzen stößt.

180 Anmeldungen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Psychotherapeutische Praxen, Polizei, Richterschaft, Staatsanwaltschaft, Beratungsstellen, Frauenhäuser, Notruf für vergewaltigte und misshandelte Frauen, Sozialdienst der Justiz, Ministerien, kommunale Frauenbeauftragte und zahlreiche andere Frauenverbände, Jugendämter und, und, und... waren bereits ein erster Hinweis auf den Erfolg der Fachtagung, was auch die Ministerin der Justiz des Saarlandes, Frau Ingeborg Spoerhase-Eisel, in ihrem Grußwort zum Ausdruck brachte.

Ein Übriges taten die renommierten Tätertherapeuten, die die Tagungsteilnehmerinnen und - teilnehmer mit ihren inhaltlichen Ausführungen fesselten.

In drei Referaten (siehe Tagungsprogramm) wurden die in Deutschland praktizierten "Schulen" der Tätertherapie mit ihren zum Teil unterschiedlichen Konzepten vorgestellt. Grundlegende Gemeinsamkeiten traten dabei ebenso deutlich hervor wie fundamentale Unterschiede.
Letztere zeigten sich besonders deutlich in der Handhabung beziehungsweise Ablehnung der Kooperation mit Polizei und Justiz. Auch die Frage nach der motivationssteigernden Kraft der Sanktionsandrohung schied die professionellen Standpunkte. Während Joachim Lempert die Aufhebung der Schweigepflicht als der Vertrauensbildung und damit dem Therapieprozess absolut hinderlich rigoros ablehnte, schilderten Christian Spoden und Hans Schmidt den externen Druck geradezu als Motor intrinsischer Motivationsentwicklung.
Einige Übereinstimmungen waren ebenso evident wie die geschilderten Differenzen. Am prägnantesten zeigten sie sich in den gesellschaftlichen Bildern von Männlichkeit und Weiblichkeit und ihrer Bedeutung für die Gewaltausübung. In allen Konzepten ist die Auseinandersetzung damit ein zentrales Moment.

Podium bei der Fachtagung "Möglichkeiten und Grenzen der Tätertherapie"

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion (siehe Tagungsprogramm) traten die Differenzen in den Konzepten der Referenten noch deutlicher hervor. Zugleich wurde von Seiten der übrigen PodiumsteilnehmerInnen diskutiert, inwieweit es sich tatsächlich um einander ausschließende Vorgehensweisen handelt beziehungsweise ob die verschiedenen Ansätze nicht sinnvollerweise als sich ergänzende Elemente begriffen werden können, da sie sich an zum Teil divergierende Zielgruppen wenden.

Eine weiterführende Auswertung der Tagung ist in einer von der Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt Anfang 2003 eingerichteten ExpertInnen-Gruppe vorgenommen worden.

 


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