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Naturschutz
 

NSG Birzberg

Wichtig: Am Samstag, den  29. März 2008, von 10.00 bis 12.00 Uhr, bietet der Naturwart dieses Schutzgebietes, Herr Axel Hagedorn, eine Führung an. Treffpunkt ist die Zufahrt zur früheren Deponie von der Landstrasse von Fechingen nach Bliesransbach rechts ab; dort kann dem Feldweg entlang geparkt werden. Die Führung geht über vier km steinige Wege; die Strecke ist nicht rollstuhl-geeignet.
Ehemaliger Steinbruch im Naturschutzgebiet Birzberg
Ehemaliger Steinbruch im Naturschutzgebiet Birzberg
Vor 200 Millionen Jahren, in tropischem Klima, lag das heutige Saarland an der Küste eines Ausläufers des riesigen Thetis-Meeres. Das können Sie sich nicht vorstellen? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich durch eigene Anschauung zu überzeugen:

Im aufgelassenen Kalksteinbruch des Birzberges zwischen Fechingen und Güdingen finden sich Beweise. Bewiese wie das so genannte Rippelfeld, ein deutlich als ehemaliger Meeresboden mit typischer Wellenstruktur erkennbares Felsplateau. Über dieses kann man heute trockenen Fußes spazieren, weil die Afrikanische Kontinentalplatte sich gegen die Eurasische Platte bewegte, das heutige Mittelmeer einschloss und dahinter die Alpen aufschob. Alfred Wegener(1880 bis 1930), dem Begründer der Theorie der Kontinentalverschiebung sei Dank, dies heute so nachvollziehen zu können.

Der im Birzberg seit etwa 1930 mehrere Jahrzehnte gewonnene Kalkstein diente als wichtiger Zuschlagstoff für die Hochöfen der Röchling´schen Hütten. Die Stilllegung des Steinbruches Ende der 60er Jahre war dann eine Folge der damaligen Stahlkrise an der Saar. Es gab bereits Pläne, den Steinbruch aufzufüllen und ein Wohngebiet zu entwickeln, welche aber nach der Eingemeindung von Brebach-Fechingen in die Stadt Saarbrücken (1974) aufgegeben wurden.
So wurde nur eine Teilfläche des Steinbruches mit Bauschutt verfüllt; der überwiegende Teil konnte von der Natur zurückerobert werden. Dieser für den Naturschutz günstigen Entwicklung verdanken wir das Naturschutzgebiet Birzberg, welches 1985 mit 44 Hektar ausgewiesen wurde und damit zu einem der ersten Naturschutzgebiete neuerer Generation im Saarland gehört. 1995 schloss sich Richtung Osten zu Eschringen hin das 134 Hektar große Naturschutzgebiet Honigsack-Kappelberghang als Erweiterung an.

Eine einmalige Vielfalt an Biotopen zeichnet das Naturschutzgebiet aus. Buntblumige Obstwiesen, orchideenreiche Trockenrasen, quellenreiche Nasswiesen, Tümpel, Hecken und Gebüsche sowie der alte Kalksteinbruch bieten Lebensraum für viele Blütenpflanzen, Vögel, Eidechsen, Schmetterlinge, und Heuschrecken. 13 verschiedene Orchideenarten wachsen allein im Steinbruch. Die von diesem ausgebildete Kessellage lockt insbesondere die wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten an.

Weil die steilen Hanglagen und der Kalksteinbruch nach Aufgabe der Nutzung stark mit Gebüschen zugewachsen sind, wurden diese Bereiche im Rahmen des LIFE–Projektes Trockenrasen von der Naturlandstiftung Saar mit finanzieller Förderung der Europäischen Union und des Landes wieder freigestellt. Die von offenen und besonnten Böden abhängigen Pflanzen- und Tierarten finden so wieder eine geeignete Lebensgrundlage.

Birken im Naturschutzgebiet Birzberg (Foto: Naturlandstiftung Saar)
Birken im Naturschutzgebiet Birzberg (Foto: Naturlandstiftung Saar)
Der Birzberg in Saarbrücken-Fechingen (Foto: Naturlandstiftung Saar)
Der Birzberg in Saarbrücken-Fechingen (Foto: Naturlandstiftung Saar)

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