Forensisch-Psychiatrische Ambulanz
Die Forensisch-Psychiatrische Ambulanz (FPA) betreut Patient(inn)en, die zuvor stationär gemäß der §§ 63 oder 64 StGB in der SKFP untergebracht waren und sich wie folgt differenzieren lassen:
- Patient(inn)en, die zuvor nach § 126a StPO vorläufig untergebracht waren und deren Unterbringung gemäß §§ 63 oder 64 StGB direkt zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung gemäß § 67b StGB zur Bewährung ausgesetzt wurde
-
Patient(inn)en nach der bedingten Entlassung (aus dem Maßregelvollzug) während der gesamten Zeit der Führungsaufsicht im Rahmen einer Bewährungsauflage, die sich in der Regel auf 5 Jahre erstreckt, aber auch nach § 68c StGB im Rahmen einer unbefristeten Führungsaufsicht erfolgen kann
- Patient(inn)en, die vor der bedingten Entlassung aus dem Maßregelvollzug ein
sog. entlassungsvorbereitendes Probewohnen im Anschluss an die stationäre forensisch-psychiatrische Behandlung absolvieren
Zum Stichtag 01.05.2011 betreute die FPA 18 Patienten(inn)en im entlassungsvorbereitenden Probewohnen und 43 bedingt entlassene Patient(inn)en.
Zielsetzung
- Verminderung der Rückfallhäufigkeit und Bewährungswiderrufe
- Effektive Behandlung und Betreuung leistet Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung
- Nachhaltige Sicherung des individuellen Behandlungserfolges und Integration in die Gesellschaft
- Verkürzung von Unterbringungszeiten und daraus resultierende Belegungs- und Kostenminimierung
- Akquisition von längerfristigen Behandlungs- und Betreuungsformen außerhalb des Maßregelvollzugs
- Enges Netzwerk mit der komplementär-psychiatrischen Versorgungsstruktur (niedergelassene Ärzte und psychologische Psychotherapeuten, Kliniken sowie komplementäre Einrichtungen und Dienste) und den Justizbehörden (Gerichte, Bewährungshilfe und Führungsaufsicht)
Aufgabenprofil
- Doppelmandat von Kontrolle und medizinisch-therapeutischer / psychosozialer / pflegerischer Behandlung, Betreuung und Begleitung
- Aufsuchendes, nachgehendes Arbeiten im sozialen Umfeld des Patienten gilt im Case- und Risikomanagement und Netzwerkarbeit zur Transfersicherung und Prävention; in Zeiten einer psychischen Stabilität ist auch in Einzelfällen eine wechselseitige aufsuchende und einbestellende Konsultation bei einem Teil der Patient(inn)en ausreichend
- Forensisch-psychiatrische und psychotherapeutische Charakteristika:
Diagnostik und Therapie von psychopathologischen Krankheitsbildern, Risikoeinschätzung und ‑bewertung, Krisen- und Risikomanagement, Psychopharmakotherapie und Überwachung der Medikation / Drogenscreening
- Sozialarbeiterische/sozialpädagogische Charakteristika:
Sozialrehabilitative Beratungs- und Betreuungstätigkeiten in Fragen der alltäglichen Versorgung und Lebensbewältigung in folgenden Funktionsbereichen: Tagesstruktur, Wohnen, Arbeit, Freizeitgestaltung, Angehörigenarbeit, Selbsthilfe, Krisenintervention, Wahrnehmung von Kontrollfunktionen
- Pflegerische Charakteristika:
Ausgabe und Dokumentation der Medikation, Blutentnahmen zur Bestimmung des Blutbildes und des Medikamentenspiegels, Depot-Injektionen und Suchtmittelkontrollen in Verbindung mit Urinabgabe, Blutentnahmen und Alkoholatemtests
|
Kontakt
Saarländische Klinik für Forensische Psychiatrie
Trierer Straße 148G
66663 Merzig
Telefon
(06861) 708-260/-262
|