Unternehmens-Nachfolge: Praxis-Tipps zeigten den Weg

13.11.2008
„Nein, zu früh ist es nie.“ Mit dieser Formel brachte Bernhard Schneider das Thema des Abends auf den Punkt. Vorkehrungen, die eigene Firma in jüngere Hände zu geben, darf man nicht erst in allerletzter Minute treffen. Der Unternehmer aus St. Wendel, war Chef des Maschinen- und Stahlbaubetriebs Schneider Werk. Bei einer Veranstaltung der Saarland Offensive für Gründer in Neunkirchen berichtete er, wie er im vergangenen Jahr nach reiflicher Vorbereitung die Verantwortung an seinen Sohn Christoph übergab. Er lieferte Ratschläge, wie man den Generationswechsel am besten in den Griff kriegt und welche professionellen Partner man sich für die Abwicklung suchen sollte.
In der gut besetzten Stummschen Reithalle begrüßte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel die Gäste. Er wies darauf hin, dass rund 7.000 mittelständische Unternehmer im Saarland in den nächsten Jahren ihre Nachfolge regeln müssen. Damit ist klar, dass dies kein Randthema ist, weil direkt oder indirekt nicht weniger als 50.000 Arbeitsplätze betroffen sind. Das Land werde alles daran setzen, durch Beratung, aber auch finanziell zu helfen, wenn eine Unternehmensübergabe bevorsteht. Dass viele Firmen mangels Nachfolger aufgeben müssten, könne sich das Saarland nicht leisten. Daher werde es in Kürze auch eine Möglichkeit geben, Übergeber mit einem Beratungsprogramm zu unterstützen.
Berater des SOG-Netzwerks schilderten bei dem Informationsabend, welches umfangreiche System von Instrumenten zur Verfügung steht. Dazu gehört auch die SOG-Nachfolgebörse im Internet, die seit einiger Zeit online ist und bereits rege genutzt wird. Sie wird dann zu einer wertvollen Hilfe, wenn eine Betriebsübergabe innerhalb der Familie oder an einen bisherigen Mitarbeiter nicht möglich ist.
„Besser starten“ – das Motto der Saarland Offensive für Gründer hat sich Peter Kirsch zu Eigen gemacht. Als Mitarbeiter seines Vaters im Schiffweiler Fachbetrieb für Heizung, Sanitär, Bedachung und Photovoltaik kümmerte er sich frühzeitig um das entsprechende Know-how, um das Unternehmen einmal in eigener Verantwortung führen zu können. Bei den Profis der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft für den Landkreis Neunkirchen fühlte er sich gut aufgehoben. Er weiß, welche Register man im Saarland als Existenzgründer ziehen kann, um sich den Start in die eigene Firma zu erleichtern. „Gar keine Probleme“, so prognostiziert Seniorchef Bernhard Kirsch vor dem Publikum in der Stummschen Reithalle, werde es daher bei der unmittelbar bevorstehenden Betriebsübernahme geben.

Die SOG-Aktion „Unternehmensnachfolge im Saarland“ wird im Jahr 2009 fortgeführt. „Das Thema bleibt uns erhalten“, sagte auch der Neunkircher Oberbürgermeister Fritz Decker als letzter Gastgeber des Jahres 2008. Wie es im neuen Jahr weitergeht, wird rechtzeitig im Online-SOG angekündigt.