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Ausstellung in BrüsselDas Saarland: Eine Europäische Geschichte
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ministerpräsident Peter Müller anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Das Saarland - Eine Europäische Geschichte" in Brüssel
Im Goethe-Institut von Brüssel wurde die „europäische Geschichte“ des Saarlandes erstmals in einer eigenen Ausstellung gewürdigt. Aus Anlass des 50jährigen Saarlandjubiläums hat das Landesarchiv im Auftrag der Landesregierung eine Schau zusammengestellt, die unterstreicht, wie stark Entstehung und Entwicklung des jüngsten der alten Bundesländer in internationalen Bezügen standen. Dabei reicht die Retrospektive von den Anfängen eines eigenständigen Saargebietes in den 20er Jahren bis zu den vielfältigen Aktivitäten und Institutionen in der heutigen Großregion SaarLorLux/Wallonien/Rheinland-Pfalz. Mehr als 200 (historische) Fotografien und Plakate, die großformatig reproduziert oder auch im Original gezeigt wurden, bilden den Grundstock der Ausstellung, die auf einer Fläche von etwa 250 Quadratmetern präsentiert wurde. Hinzu kamen eine ganze Reihe von „3-D“-Exponaten, die wichtige Stationen der knapp 90jährigen Europageschichte des Saarlandes Revue passieren ließen.
Die erste Abteilung der in drei Sprachen kommentierten Ausstellung zeigt die Zeit „Unter dem Völkerbund“, als die Region in Folge des Versailler Vertrages als zusammenhängende Verwaltungseinheit erst geschaffen wurde. Der Vorläufer des Saarlandes war geprägt von einer starken internationalen Präsenz – und von einer starken Abwehrhaltung der saarländischen Bevölkerung, die in einem ebenso heftig umkämpften wie eindeutigen Votum für die „Heimkehr“ ins inzwischen von den Nationalsozialisten regierte Reich mündete. Die zweite und die dritte Abteilung stehen nicht von ungefähr im räumlichen Mittelpunkt der Brüsseler Ausstellung, werden in ihnen mit der Zeit von Saarstaat, Abstimmungskampf und Rückgliederung doch jene Kapitel referiert, die in der europäischen Geschichte des Saarlandes am nachhaltigsten wirkten. Nachdem die Europäisierung der Saar in der Version des französisch geprägten Saarstaats gescheitert war, gingen die europäischen Integrationsbemühungen im elften deutschen Bundesland in neuer Form weiter. Diesen Weg des Saarlandes im Rahmen der europäischen Kernregion SaarLorLux verfolgt die vierte und größte Abteilung der Ausstellung. Sie zeigt die Entwicklung der zur Freundschaft gewandelten deutsch-französischen Beziehung, dokumentiert frühe Visionen grenzüberschreitender Wirtschaftskooperationen und endet mit den Bildern von Gipfeltreffen in Politik und Kultur, unterstreicht mithin im doppelten Wortsinn die Präsenz des europäischen Saarlandes. Im Goethe-Institut von Brüssel, nur wenige Fußminuten vom EU- Parlament entfernt, konnte die internationale Geschichte des Saarlandes gewissermaßen im Herzen des neuen Europa präsentiert werden. Die Veranstaltung erhielt hier sogar die höchsten europäischen Weihen: EU-Kommissionspräsident José-Manuel Barroso hatte die Schirmherrschaft übernommen und die Ausstellung am 12. September gemeinsam mit Ministerpräsident Peter Müller eröffnet. In der Reihe „Echolot“ ist auch ein farbiger Katalog erschienen, in dem neben einer Einleitung zum Thema auch alle Bilder zu sehen sowie die Leittexte der Ausstellung in drei europäischen Sprachen nachzulesen sind. Im Begleitprogramm der Ausstellung waren preisgekrönte Filme aus dem Max-Ophüls-Programm vergangener Jahre und die Dokumentation von Rüdiger Mörsdorf „Das Saarland – der geplatzte Traum von Europa“ zu sehen. Im Anschluss an diesen in der Finissage am 17. Oktober gezeigten Film gab es außerdem eine Podiumsdiskussion mit Europa-Parlamentariern. |


