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Boden und Altlasten
 

Bodenkundliche Landesaufnahme

Nur wer die Böden kennt, kann sie schützen

Als Boden – auch Pedosphäre genannt – bezeichnet man die oberste, belebte Schicht der Erdoberfläche, die dem unverwitterten Gestein aufliegt. Er setzt sich aus mineralischen Bestandteilen, organischer Substanz, Wasser, Luft und Bodenorganismen zusammen.

Auch wenn es von "oben" nicht so aussieht – kein Boden gleicht dem anderen. Durch das Zusammenspiel von Ausgangsgestein, Klima, Wasser, Vegetation und Bodenlebewesen hat sich in Deutschland seit der letzten Eiszeit ein kleinräumiges Mosaik unterschiedlichster Böden entwickelt. Niedermoore wechseln sich  mit Trockenstandorten ab, ertragreiche Böden sind mit nährstoffarmen Sandböden vergesellschaftet. Um die Leistungsfähigkeit der Pedosphäre zu erhalten, müssen die im Saarland verbreiteten Böden wissenschaftlich erkundet, inventarisiert und hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Gefährdungen bewertet werden. Dies geschieht im Rahmen der Bodenkundlichen Landesaufnahme. Aufgrund der großen Variabilität der Bodenlandschaft ist der Erfassungsaufwand sehr hoch.

Mit der systematischen bodenkundlichen Landesaufnahme wurde im Jahre 1985 durch die Bodengrundinventur begonnen. Mittlerweile liegen Daten von nahezu 7.800 Standorten vor. Jeder Punkt beschreibt eine bodenkundliche Standortaufnahme im Gelände.

An den Untersuchungsstellen werden die Boden- und Standortmerkmale mit Hilfe eines Datenschlüssels erfasst, der auf einer bundesweit standardisierten Kartieranleitung basiert. An ausgewählten Punkten werden Bodenproben entnommen und im Labor analysiert. Die Ergebnisse der Feld- und Laboruntersuchungen sind in der zentralen Datenbank des Saarländischen Bodeninformationssystems SAARBIS abgelegt. Hier kann für Auswertungen und Fragestellungen des Bodenschutzes gezielt recherchiert werden. Die punktuellen Aufnahmen aus der bodenkundlichen Kartierung bilden die Grundlage für die Entwicklung von Bodenkarten in verschiedenen Maßstäben, die das räumliche Verbreitungsmuster der Böden darstellen. Diese Bodenflächeninventur umfasst verschiedene Maßstabsebenen. Für den landesweiten Überblick wurde die Bodenübersichtskarte (BÜK) des Saarlandes erstellt.

Der Boden - ein Buch mit sieben Siegeln?

Ausgrabungsloch, bei dem die Bodenhorizonte, die Bodenschichten, sichtbar sind.
Die Pedosphäre ist ein dreidimensionales Umweltmedium. Die Bodendecke ist meist in mehrere Schichten, sogenannte Bodenhorizonte untergliedert, die sich z.B. in Farbe, Körnung, Humus- und Steingehalt und anderen Merkmalen unterscheiden. Die Abfolge verschiedener Bodenhorizonte ergibt ein Bodenprofil und bestimmt den namensgebenden Bodentyp.
Um die Abfolge und Eigenschaften der unterschiedlichen Horizonte zu charakterisieren, wird der vertikale Aufbau des Bodens durch eine Bohrstocksondierung erfasst. Sie reicht in der Regel bis 1 m Tiefe. An repräsentativen Standorten werden zusätzlich Schürfgruben angelegt, in denen eine detailliertere Aufnahme aller Bodenmerkmale möglich ist und Proben für weiterführende Untersuchungen im Labor gewonnen werden. Hierzu gehört auch die Entnahme von ungestörten Proben in sog. Stechzylindern, bei denen das Bodengefüge erhalten bleibt.

Die feldbodenkundliche Aufnahme der Bodenprofile erfolgt mit Hilfe eines Kartierschlüssels. Er basiert auf den Richtlinien der bundesweit gültigen „Bodenkundlichen Kartieranleitung“, ist jedoch an die landesspezifischen Besonderheiten im Saarland angepasst.
Die Ergebnisse der Bodenansprache werden auf einem Formblatt dokumentiert.
Die im Gelände entnommenen Bodenproben werden im Labor analysiert. Als Standardparameter werden u.a. Bodenart, pH-Wert, Humus-, Stickstoff- und Kalkgehalt sowie Daten zur Nährstoffversorgung und –verfügbarkeit erhoben. In der Regel wird auch die Belastung mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen wie polychlorierte Biphenyle (PCB) oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht.  
An den ungestörten Stechzylinderproben werden die Lagerungsdichte, die Porengrößenverteilung sowie die Wasserdurchlässigkeit des Bodens bestimmt. Daraus lassen sich wichtige Kennwerte zum Luft- und Wasserhaushalt des Bodens ableiten.