Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Polizei
 

Schönes Wetter - Motorradzeit!

Polizei gibt Tipps für die motorisierte Zweiradsaison

Die warme Jahreszeit lockt wieder Tausende von Zweiradfahrern auf die Straßen. Die pure Freude am Fahren birgt natürlich auch Gefahren. Die Risikogruppe "Motorisierte Zweiradfahrer" wird sich auch in diesem Jahr in der Unfallstatistik wiederfinden.
Eine Gruppe von Motorradfahrern unterwegs auf der Landstraße
Eine Gruppe von Motorradfahrern unterwegs auf der Landstraße
Bilanz der Polizei zur Eröffnung der Motorradsaison: Fahruntüchtige Biker und manipulierte Maschinen

Unmittelbar vor Beginn der diesjährigen Zweiradsaison kontrollierte die saarländische Polizei im Raum Saarbrücken 57 Zweiräder und deren Fahrer.

Unterstützt durch ein Saarbrücker Ingenieurbüro ließen die Polizeibeamten bei zahlreichen Maschinen Leistungsmessungen durchführen.
Die Bilanz: Beinahe jedes fünfte Zweirad war manipuliert. Ein Motorroller erreichte anstelle der erlaubten 25 Stundenkilometer eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h.

Auch die Fahrer der großen und kleineren Maschinen waren nicht immer verkehrstüchtig: So gingen der Polizei mehrere durch Medikamente oder Drogen beeinträchtigte Fahrer ins Netz.

Zwei Betroffene sprechen

Motorradfahren soll pure Freude sein, bringt aber auch besondere Gefahren mit sich. Ein erster Schritt zur Vermeidung von Unfällen besteht darin, sich die Gefahren ganz bewusst zu machen, um die angenehmen Seiten des Motorradfahrens unbeschadet genießen zu können. Als Einstieg in dieses Thema sind die Schilderungen von Betroffenen besonders geeignet. Schauen Sie sich im Video an, was Felix Bernhard und Karin Holst zu erzählen haben.

Quelle: "Deutscher Verkehrssicherheitsrat" (DVR), http://www.dvr.de/



Verkehrsunfallstatistik Saarland

Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen motorisierte Zweiradfahrer beteiligt waren, auf saarländischen Straßen um 11,3 % auf 926 (2010: 832) an. Auch die Zahl der verunglückten Biker erhöhte sich um 10 % gegenüber dem Vorjahr. Sechs Motorradfahrer kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Schwerer Verkehrsunfall auf einer Landstraße
Unfallursachen

Beim "Austesten der Maschine" gehen viele Fahrer deutlich über ihre fahrerischen Grenzen hinaus. Die damit verbundene Selbstüberschätzung führt dazu, dass sie das Risiko falsch kalkulieren und sich in Fahrsituationen manövrieren, aus denen sie nicht mehr herauskommen. Fahrfehler auf Grund erhöhter Geschwindigkeit einerseits und riskante Fahrweise anderseits, z.B. beim Überholen von Kolonnen trotz Gegenverkehr, sind die häufigsten Unfallursachen bei den Fahrern schwerer Maschinen.
Die Unfallursachen liegen jedoch nicht immer nur bei den Zweiradfahrern selbst.
Oft werden sie einfach von Pkw-Fahrern übersehen. Grund: Die Silhouette des Motorradfahrers ist kleiner und wird unzureichend wahrgenommen.
Hinzu kommt: Die Geschwindigkeit des Motorradfahrers wird meist (oft von älteren Verkehrsteilnehmern) falsch eingeschätzt.
Die Folge: Vorfahrtverletzungen durch Pkw-Fahrer an Kreuzungen und Einmündungen und Vorrangverletzungen beim Abbiegen. Jüngere Zweiradfahrer manipulieren hingegen oft ihre Fahrzeuge und funktionieren ihre Roller auf "Geschosse" um, deren Geschwindigkeit jenseits der 100 km/h-Grenze liegen. Fahrwerk und Bremsen indes machen dies nicht mit.
Auch die Auswirkungen auf Angehörige der Biker sollten nichtunerwähnt bleiben: Viele Familienmitglieder stehen tagsüber unter großer Spannung, bis "ihr Motorradfahrer" abends wieder mit seinen "Pferdestärken" im Stall ist.


Schwerpunktkontrollen der Polizei

Die Polizei wird auch 2012 im Hinblick auf eine zielorientierte Verkehrssicherheitsarbeit auf die saisonbedingte Zunahme von Verkehrsunfällen bei motorisierten Zweiradfahrern reagieren und neben präventiven Maßnahmen und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit auch Schwerpunktkontrollen durchführen. Dabei werden Örtlichkeiten, die Zweiradfahrer vorzugsweise benutzen, besonders überwacht.

Bei den Kontrollen geht es den Ordnungshütern nicht nur um "Knöllchen". Vielmehr möchte die Polizei durch Gespräche Einsicht und Eigenverantwortung fördern. Ferner geht es auch darum, andere Verkehrsteilnehmer quasi als "Partner" mehr zu sensibilisieren. Denn schließlich werden Zweiräder oft einfach nicht wahrgenommen.


Die Polizei gibt die folgenden Tipps:
  • "Gefühl" für das Zweirad, insbesondere das Motorrad, neu entwickeln. Dies gilt insbesondere nach der Winterpause und bei Wiedereinstieg nach langer Abstinenz? Fahrtraining!
  • Schutzkleidung tragen
  • Defensiv fahren und sich nicht überraschen lassen: Langsame Fahrzeuge, Radfahrer, unvorsichtige Fußgänger, plötzliches Türe öffnen an Pkw, unvermittelt auftauchende Hindernisse auf der Fahrbahn (hinter Kurven!) sind häufige Unfallursachen.
  • Nicht riskant überholen, sich nicht an der Geschwindigkeit "berauschen"; Abstand halten.
  • Gesehen werden durch Licht einschalten!
  • Regelmäßige Wartung gibt technische Sicherheit; keine technischen Manipulationen vornehmen. Sie lassen das Fahrzeug unberechenbar und unbeherrschbar werden.
  • Bei Gruppenfahrten Absprachen treffen. "Schwächere" Mitfahrer in der Gruppe in Obhut nehmen!
Motorradfahrer unterwegs...
Eine besondere Risikogruppe sind die Fahrer ab 45 Jahre. Bei ihnen gilt der Appell: Nach langen Praxispausen bitte nicht mit der stärksten Maschine aufwarten. Risiko gehen heißt auch, das Schicksal herauszufordern. Dabei hat der Motorradfahrer nur eine Knautschzone: sich selbst!

Die Polizei wünscht allen Zweiradfahrern eine gute und unfallfreie Saison.


Kontakt

Landespolizeipräsidium
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mainzer Straße 134-136
66121 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 962-8040
Telefax
(0681) 962-8045