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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Flachwassertümpel für den Weißstorch im Naturparkdorf Werschweiler

21.11.2016
Reinhold Jost (rechts), Bürgermeister der Stadt St. Wendel Peter Klär (2.v.r.), Fotoquelle: Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Reinhold Jost (rechts), Bürgermeister der Stadt St. Wendel Peter Klär (2.v.r.), Fotoquelle: Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Werschweiler.
Das saarländische Umweltministerium hat für das Naturpark-Projekt „Fortführung der Lebensraum verbessernden Maßnahmen für den Weißstorch im Naturparkdorf Werschweiler“ eine Zuwendung von rund 14.000 Euro gewährt. Der Verein Naturpark Saar-Hunsrück förderte das Naturpark-Artenschutzprojekt für den Weißstorch im Naturschutzgebiet „Leitersweiler Buchen – Tiefenbachtal – Osterwiesen“ in Höhe von rund 3.460 Euro.
Mit der Schaffung eines Flachwassertümpels in der Ostertalaue in Werschweiler profitieren die Weißstörche, unzählige andere seltene Tier- und Pflanzenarten und der Mensch. Federführend und Hauptinitiator des Projektes war der Bund für Naturschutz Ostertal (BNO), mit dem der Naturpark Saar-Hunsrück die Maßnahme vor Ort umgesetzt hat.
Das geförderte Weißstorchprojekt im Ostertal stellt einen Beitrag zum Schutz der Biodiversität im Naturpark Saar-Hunsrück dar. Noch bessere Lebensbedingungen für die vorhandene Tier- und Pflanzenwelt wurden in der Ostertalaue mit der Wiedervernässung von Biotopen und der Umsetzung kleinräumig unterschiedlicher Mahdzeitpunkte erreicht. Die langfristige Sicherung dieser natürlichen und naturnahen Lebensräume als wichtige Biotopverbundachse für die Tier- und Pflanzenarten mit Bindung an die feuchten Grünlandbiotope der Ostertalaue ist das regionale Naturschutzziel.
„Das Weißstorch-Projekt unterstützt das Verständnis und die Wertschätzung durch eine gesteigerte Bewusstseinsbildung und verstärkte regionale Identifikation für den Arten- und Lebensraumschutz des Weißstorches in der heimisch umgebenden Naturpark-Landschaft“, erläutert Udo Recktenwald, stellvertretender Vorsitzender des Naturpark Saar-Hunsrück und Landrat. „Langfristig kann die Bewusstseinsbildung und Begeisterung für die Thematik des „Weißstorchschutzes“ bei der örtlichen Naturpark-Bevölkerung nachhaltig mit Spaß und spielerischem Lernen sowie Naturerleben in den Naturpark-Schulen und bei offenen geführten Naturpark-Exkursionen vertieft werden“, fügt er hinzu. Die Faszination für Natur und Landschaft zu wecken und sie ihnen nachhaltig und erlebnisorientiert näher zu bringen, ist eine weitere Zielsetzung des Naturparks und seiner Mitgliedskommunen.
Umweltminister Reinhold Jost würdigte die langjährigen Bemühungen des Bundes für Naturschutz Ostertal. „Für Adebar ist hier im nördlichen Saarland über die Jahre ein kleines Paradies entstanden. Nachdem die Arbeit der Ehrenamtlichen im BNO im vergangenen Jahr mit den ersten Bruterfolgen belohnt wurde, bin ich mir sicher, dass mit den neuen Maßnahmen auch ein neues Weißstorchenpaar den Weg nach Werschweiler finden wird.“

Hintergrundinformationen
Im Rahmen seines Naturpark-Handlungsprogramms „Wald, Wasser, Wacken“ fördert der Naturpark Saar-Hunsrück mit Unterstützung des Landes in seinen Mitgliedskommunen Arten- und Biotopschutzprojekte sowie Umweltbildungsprojekte. Für die Errichtung des Flachwassertümpels  gewährte der Naturpark-Trägerverein Fördermittel in Höhe von rund 3.450 Euro. Die Förderquote über das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz betrug 80 Prozent, mit rund 13.812 Euro.
Mit diesem Naturschutzprojekt kann langfristig die Erhaltung der Nahrungshabitate des Weißstorchs in der Ostertalaue sichergestellt werden. Stellvertretend für viele andere Arten- und Biotopschutzmaßnahmen steht der Weißstorch für eine Tierart mit Bindung an feuchte Grünlandbiotope. Der Weißstorch stellt ein Beispiel für Biotopverbund dar, wo vor allem feuchte Wiesen und Flachwassertümpel als Nahrungsquelle benötigt werden.
Da der Lebensraum des Weißstorches steht stark mit dem menschlichen Wirken in Verbindung steht, wirkt die Tierart dadurch wahrnehmbarer und erlebbarer. Somit kann über diese Tierart das Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur besonders gut geweckt werden. 

Weißstorch
Bereits 2009 wurden die ersten Weißstörche in der Osteraue zwischen Dörrenbach und Saal gesichtet. Dieser 14tägige Aufenthalt der Tiere gab den Startschuss für die Planung von mehreren Horstplateaus innerhalb der Kläranlage Haupersweiler, Saal und Werschweiler. Der erste Bruterfolg stellte sich 2015 ein und zwei Jungvögel wurden erfolgreich aufgezogen. Aktuell wurde das Horstplateau erneut besetzt. Für eine Aufzucht von Jungvögeln ist insbesondere das Nahrungshabitat im Umkreis von zwei bis vier Kilometern um den Horststandort von Bedeutung, da dieser Bereich bevorzugt von brütenden und fütternden Vögeln genutzt wird. Ein Weißstorchenpaar mit vier Jungen benötigt täglich ca. 4 kg Nahrung, zum Beispiel Mäuse, Reptilien, Insekten, Frösche und Regenwürmer.

Naturparke, Biosphärenreservate und Nationalparke gehören zu den Nationalen Naturlandschaften. Diese Großschutzgebiete haben jeweils verschiedene Leitbilder, Aufgaben und Ziele. Unter dem Motto „Harmonisches Miteinander für Mensch und Natur“ arbeiten Naturparke am Erhalt und der Entwicklung von Landschaft und Natur, fördern und unterstützen eine nachhaltige Regionalentwicklung, tragen zur Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus bei und bieten Angebote zur Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Das Motto der Nationalparke lautet „Natur Natur sein lassen.“ Hier geht es in erster Linie um die Bewahrung der eigengesetzlichen Natur und darum von der Natur zu lernen. Weitere Schwerpunkte bilden die Forschung um von der Natur zu lernen und der Naturschutz als regionaler Entwicklungsfaktor.
Ziel dieser funktionalen Schutzgebietssysteme ist, dass die Großschutzgebiete sich gegenseitig ergänzen und vernetzt zusammenarbeiten. Hierbei ist es von grundlegender Bedeutung, dass die räumlichen Grenzen im Interesse der Natur überwunden werden. Die Vernetzung von Naturpark und Nationalpark kann besonders mit den engen Wildnis-Kulturlandschaft-Übergängen einen wichtigen Beitrag für die biologische Vielfalt leisten. Die Synergieeffekte schaffen Wertschöpfung und einen dauerhaften Benefit für die hier lebenden Menschen und die Natur.


Kontaktdaten
Naturpark Saar-Hunsrück e. V., Trierer Str. 51, 54411 Hermeskeil
Telefon (0 65 03) 92 14-0, Fax (0 65 03) 92 14-14
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