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Alkohol
Etwa 10,4 Millionen Menschen konsumieren in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form - 1,7 Millionen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie, oft erst viel zu spät, nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit.
Zehn Liter reinen Alkohols werden in Deutschland pro Kopf in der Bevölkerung jährlich konsumiert, womit unser Land im internationalen Vergleich im oberen Drittel liegt. Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Jährlich sterben ca. 42 000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (u.a. durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums. Der Anteil alkoholbedingter Todesfälle an allen Todesfällen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren beträgt 25 Prozent bei den Männern und 13 Prozent bei den Frauen. 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren trinken regelmäßig Alkohol. In Folge des Alkopopgesetzes reduzierte sich der Konsum von Alkopops unter 18 Jahren auf 16 Prozent von vormals 28 Prozent im Jahr 2003. Zudem ist ebenfalls ein Rückgang im Konsum allen alkoholischen Getränks zu erkennen. Die in der deutschen Bevölkerung weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol verhindert einen realistischen Blick auf die Folgen zu hohen Alkoholkonsums bei Erwachsenen und Jugendlichen. Pro Jahr werden 238.000 Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen. Im Straßenverkehr spielt jährlich bei 60 Prozent der 150.000 Verurteilten Trunkenheit eine Rolle. Bei mehr als 20.000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurde zuvor Alkohol getrunken. Etwa 700 Personen starben in Folge. 88 Prozent der alkoholisierten Fahrer sind Männer, zwölf Prozent Frauen. 25 Prozent der Verkehrsunfälle, wobei Menschen getötet werden, entstehen im Zusammenhang mit Alkohol, mit einem hohen Anteil unter jungen Fahrern. Strategische Maßnahmen der Bundesregierung Die Bundesregierung will den Alkoholkonsum insgesamt reduzieren. Ziel ist die Reduzierung des riskanten Alkoholkonsums. Bei den Bemühungen steht der Rückgang des frühen und regelmäßigen – teilweise exzessiven - Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren von derzeit 20 Prozent auf unter 18 Prozent bis 2008. Erreicht werden soll dies mit einer Bewusstseinskampagne zum verantwortlichen Alkoholkonsum, der Förderung des Bundesmodellprojektes "HaLT", dem Alkopopgesetz, einer "Suchtwoche Alkohol 2007", dem Gesetz Null-Promille-Grenze für junge Fahranfänger sowie Präventionsmaßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). nach oben Bundesmodellprojekt "HaLT" "Hart am Limit" - kurz "HaLT" ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Bundesmodellprojekt, das Kindern und Jugendlichen, die bereits durch exzessiven Alkoholkonsum aufgefallen sind, eine umfassende Beratung bietet. Gleichzeitig zielt das Projekt darauf ab, auf kommunaler Ebene durch Information und Prävention eine erhöhte Sensibilität beim Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen zu schaffen und zugleich die Verantwortlich in den Kommunen aufzufordern, auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Schutz von Kindern und Jugendlichen Studie Alkoholwerbung Um das Gefährdungspotenzial der Alkoholwerbung auf Kinder und Jugendliche in Deutschland genauer abschätzen zu können, veranlasste das Bundesministerium für Gesundheit eine Studie zur Alkoholwerbung. Die Stichprobe über einen Zeitraum von 24 Wochen ergab, dass 40 Prozent der Alkoholwerbung sich an ein Publikum unter 30 Jahren und zehn Prozent der Alkoholwerbung sich explizit an ein jugendliches Publikum wendet. Inhalts- und Zielgruppenanalyse von Alkoholwerbung im Deutschen Fernsehen Alkopopsteuergesetz Während vor der Erhebung der Sondersteuer im August 2004 noch 28 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat spirituosenhaltige Alkopops konsumierten, sind es nach der Einführung des Gesetzes nur noch 16 Prozent. Ein Drittel der Jugendlichen, die vorher schon mal Alkopops gekauft haben, kaufen jetzt überhaupt keine mehr. Ein Drittel kauft weniger. Die Jugendlichen nennen als Hauptgrund für diese Entwicklung die Preiserhöhung und die breite Diskussion zu Alkopops. Der Rückgang findet sowohl bei weiblichen als auch männlichen Jugendlichen statt. mehr nach oben
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