Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Frauen und Gleichstellung
 

Runder Tisch gegen Menschenhandel

Die Landesregierung hat in diesem Deliktsbereich drängenden Handlungsbedarf gesehen, mit dem Ziel den Schutz der Opfer zu verbessern und die Strafverfolgung der Täter zu intensivieren. Denn die Zeugenaussage der Opfer ist häufig das einzige Beweismittel und daher für den Ermittlungserfolg gegen Menschenhandelsdelikte von besonderer Bedeutung.

Deshalb wurde ein Runder Tisch zur Bekämpfung des Frauenhandels einberufen, mit dem Ziel eine bessere Koordinierung der mit den vom Menschenhandel betroffenen Frauen befassten staatlichen und nichtstaatlichen Stellen zu erreichen, Ausmaß und Erscheinungsformen des Menschenhandels im Saarland zu diskutieren und Verbesserungen bei der Strafverfolgung der Täter und dem Schutz für die Opfer zu erreichen.

Hierzu hat der Runde Tisch, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien für Inneres, Familie, Frauen und Sport sowie für Justiz, Gesundheit und Soziales, der Landkreise und des Stadtverbandes Saarbrücken, der Landeshauptstadt Saarbrücken, der Fachberatungsstelle für Migrantinnen und einem Nebenklagevertreter in Menschenhandelsverfahren mitgearbeitet haben, zunächst drei Maßnahmebausteine erarbeitet, die zum Jahresbeginn 2007 umgesetzt werden:

  • Eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit der Landespolizeidirektion und des Landeskriminalamtes mit der Fachberatungsstelle für Migrantinnen zum Schutz von Opferzeuginnen, durch die die Zusammenarbeit der tangierten Polizeibehörden mit der Fachberatungsstelle unter Berücksichtigung der verschiedenen Aufgabenstellungen strukturiert worden ist. Die Kooperationsvereinbarung regelt beispielsweise, dass der Opferschutz durch die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Fachberatungsstelle in den Mittelpunkt gestellt wird und Opfer des Menschenhandels so professionell unterstützt werden, damit sie in der Lage sind, gegen die Täter auszusagen.
  • Einen Handlungsleitfaden zur Verbesserung der sozialen Situation für die Opfer von Menschenhandel im Hinblick auf die Sicherung der Versorgung und Unterbringung sowie die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für eine eigenständige Existenzsicherung im Herkunftsland, mit dem Ziel, ausgehend von der Verbesserung der Situation für die Opfer, ihre Aussagebereitschaft zu stärken und sie neben polizeilichen und pädagogischen Maßnahmen auch durch Maßnahmen zur Geheimhaltung ihrer persönlichen Daten besser zu schützen. Der Handlungsleitfaden soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden Handlungssicherheit geben, damit sie den betroffenen Frauen möglichst rasch soziale Hilfen zur Verfügung stellen können. Er richtet sich an Sozial- und Jugendämter der Landkreise und des Stadtverbandes, an die Arbeitsagenturen als Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende, Landesamt für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, Landesamt für Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten, Ausländerbehörden und verschiedene Beratungsstellen.
  • Außerdem wird ein Notfonds eingerichtet, dessen Finanzmittel es Opferzeuginnen ermöglichen soll, sich beruflich zu qualifizieren, damit sie sich nach ihrer Zeugenaussage im Herkunftsland eine eigene Existenzsicherung aufbauen können, um den Teufelskreis von Prostitution und Zwangsprostitution zu durchbrechen.

Der Runde Tisch wird ab 2007 die Umsetzung der Kooperationsvereinbarung und des Handlungsleitfadens begleiten sowie zur Bekämpfung des Handels von Menschen zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft sowie des Kinderhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und illegalen Adoption Handlungskonzepte entwickeln.

Kontakt

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Referat C3 - Gleichstellungs- und Frauenpolitik, Gewalt gegen Frauen
Franz-Josef-Röder-Str. 23
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681)501-3147
Telefax
(0681)501-3315

Downloads