Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Ausbildung, Examen und Stellenmarkt in der Justiz
 

Dualer Studiengang Diplom-Rechtspfleger/in (FH) (gehobener Justizdienst)

Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen
Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen

Aufgaben

Diplom-Rechtspflegerinnen (FH) und Diplom-Rechtspfleger (FH) nehmen die ihnen durch das Rechtspflegergesetz (RpflG) übertragenen Aufgaben der Dritten Gewalt in sachlicher Unabhängigkeit (§ 9 RpflG) wahr.

Sie repräsentieren neben den Richterinnen und Richtern das unabhängige Gericht. Bei ihren Entscheidungen sind sie nur ihrem Gewissen und dem Gesetz unterworfen und an keine Weisungen gebunden. Ihre Entscheidungen sind ausschließlich im Rechtsmittelverfahren überprüfbar. Die Stellung der Rechtspfleger ist insofern mit der der Richter vergleichbar. Diese sachliche Unabhängigkeit unterscheidet sie von anderen Angehörigen des gehobenen Dienstes. Damit ist ihr Berufsalltag geprägt von selbständigen, aber auch eigenverantwortlichen Entscheidungen, die sie in vielen verschiedenen Rechtsgebieten vornehmen müssen.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der streitverhütenden Rechtspflege. Bei den Amtsgerichten gehört hierzu die Bearbeitung von Grundbuch-, Nachlass- und Registersachen sowie Vormundschafts-, Familien- und Betreuungssachen.

Doch auch in der streitigen Gerichtsbarkeit gehören wichtige Aufgaben, z.B. Tätigkeiten auf der Rechtsantragstelle oder die Erteilung von qualifizierten Vollstreckungsklauseln zum Arbeitsgebiet. Von großer Bedeutung ist ferner die Tätigkeit in der Zwangsvollstreckung; hier sind selbständig unter anderem die schwierigen Geschäfte der Pfändung von Forderungen, der Grundstücksversteigerung sowie der Verfahren nach der Insolvenzordnung zu bearbeiten.

Bei den Staatsanwaltschaften obliegen dem gehobenen Justizdienst in großem Umfang die Aufgaben der Strafvollstreckung.

Neben der Tätigkeit in der Rechtspflege bietet auch die Justizverwaltung ein breites Spektrum an Aufgaben, so regelt z. B. die Geschäftsleiterin oder der Geschäftsleiter im Auftrag der Behördenleitung den gesamten Dienstbetrieb der jeweiligen Behörde.

Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger haben einen interessanten, abwechslungsreichen Arbeitsplatz, der ihnen eine finanzielle Sicherheit, gute Fortbildungsmöglichkeiten und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

Weitere Informationen über das Berufsbild und die Ausbildung des Rechtspflegers finden Sie auch bei den Berufsinformationszentren der Agenturen für Arbeit sowie auf der Internetseite der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen (den entsprechenden Link finden Sie weiter unten).

Auswahlverfahren

Im Auswahlverfahren kommt bei der stets großen Zahl der Bewerbungen den Zeugnisnoten eine entscheidende Bedeutung zu. Die Vorauswahl der Kandidatinnen und Kandidaten, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, erfolgt für den Bereich der Gymnasien und Fachoberschulen auf der Grundlage der Zeugnisse der Klassenstufen 11 und 12 bzw. der vergleichbaren Klassenstufen.

Das Auswahlverfahren beginnt bereits Ende des der Einstellung vorhergehenden Jahres.

Verlauf des dualen Studiengangs

Das Studium ist eine praxisbezogene Fachausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage. Sie vermittelt in einem dualen Studiensystem die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden sowie die für die Tätigkeit der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger erforderlichen berufspraktischen Fähigkeiten. Kennzeichnend ist ein Wechsel von theoretischen und praktischen Abschnitten.

Der Vorbereitungsdienst dauert insgesamt drei Jahre und gliedert sich wie folgt:
- Studium I an der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen:12 Monate
- Studienpraxis bei einem Amtsgericht im Saarland, der Staatsanwaltschaft Saarbrücken und einer größeren Justizbehörde im Saarland: 12 Monate
- Studium II an der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen: 12 Monate.

Die Studiengänge I und II finden an der Hochschule für Rechtspflege des Landes Baden-Württemberg in Schwetzingen statt. Sie befindet sich in einem Seitenflügel des Schwetzinger Schlosses, inmitten des großen gepflegten Schlossgartens und ist eine kleine Fachhochschule. Aber gerade Größe und Lage der Fachhochschule ergeben ein eigenes Flair, womit sich das Studium an dieser Schule wohltuend von dem Massenbetrieb an großen Fachhochschulen oder Universitäten unterscheidet. Ein Wohnheim steht derzeit nicht zur Verfügung, ein Vermieterverzeichnis kann jedoch bei der Hochschule angefordert werden.

Die schriftliche Rechtspflegerprüfung findet während des Studiums II vor dem Landesjustizprüfungsamt Baden-Württemberg statt. Die mündliche Rechtspflegerprüfung erfolgt in der Regel im Oktober. Beide Prüfungen finden in der Hochschule für Rechtspflege statt.

Auf Grund der bestandenen Rechtspflegerprüfung verleiht die Hochschule für Rechtspflege den akademischen Grad "Diplom-Rechtspfleger/in (FH)".


Ausbildung 2017

Für das Einstellungsjahr 2017 ist die Bewerbungsfrist bereits abgelaufen.

Bewerbungsanschrift

Dem Bewerbungsschreiben sind aussagekräftige Bewerbungsunterlagen, insbesondere Ablichtungen der jeweiligen Schulzeugnisse, beizufügen.

Anschrift:
Ministerium der Justiz
Referat A 2
Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken

Es wird gebeten, die Bewerbungen nicht in Klarsichthüllen u. Ä. vorzulegen.

Der monatliche Anwärtergrundbetrag für den Zeitraum des Vorbereitungsdienstes beträgt derzeit 1.107,21 EURO.


Kontakt

Ministerium der Justiz
Personalabteilung - Ausbildung
Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken
Telefon
(0681) 501-3193

Stellenausschreibung