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Kindergarten plusFörderung der sozialen und emotionalen Bildung vierjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen
Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein, Respekt anderen Menschen gegenüber und spätere Erfolge in Schule und Beruf ist der Aufbau einer starken Persönlichkeit in den ersten sechs Lebensjahren. Ein besonderer Schwerpunkt früher Bildung muss daher auf der Stärkung und Förderung emotionaler und sozialer Bildung liegen.
Kindergarten plus hat das Ziel, die soziale, emotionale und kognitive Bildung vierjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen zu stärken und zu fördern. Kindergarten plus gibt einen nachhaltigen Impuls zur Veränderung von Tagesstätten in Bildungseinrichtungen für Kinder. Erzieherinnen und Leitungen werden in die Lage versetzt, sich die Inhalte des Programms anzueignen und selbständig in den Alltag der Kindertageseinrichtung zu integrieren. Das von der Deutschen Liga für das Kind in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelte, wissenschaftlich fundierte Programm richtet sich direkt an die Kinder und bezieht Eltern, Erzieherinnen sowie die Leitungen und Träger der Einrichtungen systematisch ein. Wichtigste Kennzeichen des Programms sind ein ganzheitliches Bildungsverständnis, Einbringen eines Impulses („Plus”) von außen, Nicht-Diskriminierung (Inklusion), Beachtung der Prinzipien des Gender Mainstreaming, Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Tageseinrichtungen und externen Trainern, Nachhaltigkeit über den Projektzeitraum hinaus sowie der Aufbau eines Netzes von Programmpaten zur Mitfinanzierung und Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für frühkindliche Bildungsprozesse. Der dem Programm Kindergarten plus zugrunde liegende Bildungsbegriff orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Neurobiologie und Humanwissenschaften, dass jedem kognitiven Lernschritt ein affektiver Entwicklungsschritt voraus geht. Kinder lernen durch aktives Erfahren und Erleben, in Dialog und Interaktion. Gemäß den aktuellen Befunden der Lernforschung ist eine Erweiterung des Bildungsbegriffs dringend erforderlich. Bildung heißt daher, Kinder gleichermaßen emotional, sozial und kognitiv zu fördern. Eine umfassende Bildung befähigt Kinder, die Komplexität der Umwelt zu bewältigen und für sich nutzbar zu machen und einen konstruktiven Beitrag zum Zusammenleben mit anderen zu leisten. Studien mit Grundschulkindern machen deutlich, dass die Leistungen von Kindern und der Erfolg oder Misserfolg im schulischen Bildungssystem in hohem Maße davon abhängen, inwieweit zuvor emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet werden konnten. Vorrangiges Ziel von Kindergarten plus ist die Förderung der sozialen und emotionalen Bildung vierjähriger Kinder. Unter Berücksichtigung des Entwicklungsstands und der individuellen Fähigkeiten der Kinder fördert das Programm die für den Lernerfolg im Kindergarten und später in der Schule unverzichtbaren Basisfähigkeiten: Selbst- und Fremdwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit und Eigenkompetenz, Motivations- und Leistungsfähigkeit, Beziehungsfähigkeit. Das Programm für die Kinder besteht aus neun Bausteinen (Modulen), die in den Kindergartengruppen im Zeitraum etwa eines halben Jahres von speziell dafür ausgebildeten Trainern zusammen mit den Erzieher(inne)n durchgeführt werden. Zur nachhaltigen Weiterführung der behandelten Themen über den Zeitraum des Projekts hinaus erhalten die Erzieher(innen) eigens dafür konzipierte Materialien, die in zwei Fortbildungsveranstaltungen vor Beginn und nach Abschluss der Module für die Kinder eingeführt werden. Den Eltern wird durch Kindergarten plus vermittelt, dass sie für den Bildungserfolg ihres Kindes eine herausragende und unersetzliche Rolle spielen. Parallel zur Durchführung des Programms mit den Kindern erhalten die Eltern speziell gestaltete Elternbriefe, in denen sie über die Inhalte der Module informiert werden und Anregungen bekommen zur Umsetzung der Themen im Alltag der Familie. Vor Beginn und am Ende des Programms finden Elternabende statt, auf denen über frühkindliche Bildungsprozesse informiert und das Programm und seine Ergebnisse präsentiert werden. Die Leitungen und Träger der beteiligten Einrichtungen werden umfassend über Ziele, Methoden, praktische Umsetzung und Nachhaltigkeit des Programms aufgeklärt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung ist die Bereitschaft der Einrichtungen zur aktiven Mitarbeit und Unterstützung. An zwei Fachschulen für Erzieherinnen (Saarbrücken und Saarlouis) wird im letzten Studienjahr KIGA + zum Kennenlernen angeboten. An KIGA+ interessierte KITAs mögen sich bitte mit Herrn Dr. Ladwein unter der rechts angegeben Adresse in Verbindung setzen , um das weitere Procedere zu organisieren. |
KontaktDeutsche Liga für das Kind
Dr. Jörg Maywald Geschäftsführer
Distriktbeauftragter Liga für das Kind
Dr. Franz Ladwein
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