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FREUNDE

Präventionsprojekt für Kinder gegen Sucht und Gewalt

Erzieherinnen in vorschulischen Einrichtungen und Eltern müssen heute Herausforderungen meistern, wie sie noch vor wenigen Jahren unbekannt waren. Defizite im Selbstwertgefühl, Neigung zu abhängigem und aggressivem Verhalten, Adipositas (Fettsucht) und Übermaß an Medienkonsum,  Störungen der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit, Nachgiebigkeit gegen Gruppendruck, das alles ist heute immer mehr schon bei Sechsjährigen zu beobachten.
Schulprobleme und mangelnde Lebenskompetenz zeichnen sich ab. Mit Einzelmaßnahmen lässt sich dagegen wenig ausrichten. Dazu bedarf es eines ganzheitlichen  Ansatzes mit einem klar definierten Leitbild: das gesunde, selbstsichere und sozial verantwortungsbewusste  Kind. Erzieherinnen und Eltern erhalten im F R E U N D E-Projekt ein wissenschaftlich begründetes Handlungsmodell, das alle emotionalen und kognitiven Kräfte des Kindes anspricht. In langjähriger Erfahrung praktisch bewährte und neu entwickelte „Pädagogische Vorhaben“ sind zu einem Gesamtsystem gebündelt, um die kindliche Persönlichkeit in all ihren Komponenten systematisch auf das Leitbild hin zu entwickeln.

Erzieherinnen, Eltern und Kinder sind die Adressaten dieses Projekts. Alle Beteiligten des kindlichen Entwicklungsprozesses sind angesprochen. Die „pädagogischen Vorhaben“ werden von den Erzieherinnen eigenverantwortlich gemäß der lokalen Situation ausgewählt und eingesetzt. Solche Vorhaben sind: Starke Kinder - gute Freunde; Mit viel Gefühl; Eigensinn - Unsinn - Frohsinn; Inseln der Ruhe; Kinder - reden - mit; Selber-mach-Tag; Pfiffikus; Spielzeugfrei; Streitteppich. Den Erzieherinnen wird die Methode in Schulungen vermittelt. Die theoretischen Grundlagen werden in einem zweitägigen Basisseminar erarbeitet: Abhängigkeit und Aggressivität, sozial-emotionale Kompetenz, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme, Kommunikation mit dem Kind und den Eltern. Es folgen in drei halbtägigen Seminaren die „Pädagogischen Vorhaben“. Spätere Zirkeltreffen dienen dem Erfahrungsaustausch. Sie sichern die Nachhaltigkeit. Für die Schulungen wurden berufserfahrene Sozialpädagoginnen als Seminarleiterinnen ausgebildet. Für die Organisation und Durchführung der Seminare stehen ihnen ein umfangreiches Handbuch, Folien und Power-Point-Dateien zur Verfügung. Das Handbuch enthält auch die Unterlagen, die den Teilnehmerinnen ausgehändigt werden.

Die Erzieherinnen evaluieren Inhalt und Methodik der Schulungen sowie die Schulungstexte. Das gesamte Material wird auf Erfahrungsbasis kontinuierlich in Gruppenarbeit weiterentwickelt. Die Seminarleiterinnen nehmen in angemessenen Intervallen an Fortbildungen teil. Die Qualitätssicherung für die Organisation der Seminare, das Schulungsmaterial und die Schulung selbst ist gewährleistet. Einrichtungen, die an der Schulung teilgenommen haben und nach der Methode arbeiten, sollen eine F R E U N D E-Qualitätsplakette, die Erzieherinnen ein F R E U N D E-Zertifikat erhalten.

Das Projekt läuft in Bayern seit sechs Jahren mit einem Finanzvolumen von bisher fast 1 Million Euro. Betreut wird das Projekt von der Bayrischen Aktion Jugendschutz. Fast zweihundert Kindergärten haben bereits teilgenommen. Die Wirksamkeit des Verfahrens wurde in einer wissenschaftlichen Evaluation mit mehr als 700 Kindern verifiziert. Im Saarland und Rheinland-Pfalz startete das Projekt im Jahr 2004. Derzeit nehmen 37 Kindergärten an dem Projekt teil. Für die Schulung von 230 Erzieherinnen hat Rotary im ersten Projektjahr 40.000 Euro aufgebracht.

Kontakt

LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland (LAGS)
Feldmannstraße 110
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 58470-93