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Der Bevollmächtigte des Saarlandes beim BundMinisterialdirigent Jürgen Lennartz
Ministerialdirigent Jürgen Lennartz
Seit dem 2. November 2005 ist Ministerialdirigent Jürgen Lennartz Bevollmächtigter des Saarlandes beim Bund.
BiografieJürgen Lennartz wurde am 18. Januar 1957 in Düren, Nordrhein-Westfalen, geboren.
Nach Schulausbildung und Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Köln. Nach 1. Staatsexamen und Referendariat legte er im September 1985 das 2. Staatsexamen ab und war anschließend bis 1987 als Rechtsanwalt tätig. Von Mai 1987 bis Februar 1991 war Jürgen Lennartz Referent im Referat für Meeresumweltschutz, Schwerpunkt Nordseeschutzkonferenzen, im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Von März 1991 bis Juni 1994 war er Wissenschaftlicher Referent des Bundesministers Prof. Dr. Klaus Töpfer und von Juli 1994 bis Oktober 1998 Leiter des Kabinett- und Parlamentreferates des BMU. Von Oktober 1998 bis September 1999 war er Leiter des Referates "Rechts- und Verwaltungsfragen des Naturschutzes" des BMU. Im Oktober 1999 wurde Jürgen Lennartz in den Landesdienst des Saarlandes versetzt und war dort zunächst Leiter des Kabinettreferats. Von Dezember 1999 bis Oktober 2005 war er Leiter der Abteilung "Planung, Recht und Koordination" der Staatskanzlei. Interview mit dem Bevollmächtigten des Saarlandes beim Bund, Jürgen Lennartz
Saarpage: Herr Lennartz, Sie sind jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren Bevollmächtigter des Saarlandes beim Bund. Was sind die Schwerpunkte der Arbeit der Vertretung des Saarlandes beim Bund?
Lennartz: Es ist unsere Aufgabe, die saarländischen Interessen in Berlin gegenüber dem Bund zu vertreten. Priorität hat dabei der Bundesrat, über den die Länder unmittelbar an der Gesetzgebung des Bundes mitwirken. Hier ist sicher zu stellen, dass die Plenarsitzungen für die Landesregierung gründlich vorbereitet werden und wir für unser Land das Beste erreichen. Meinen Mitarbeitern obliegt es, das Saarland in den Fachausschüssen des Bundesrates zu vertreten. Daneben beobachten sie das Gesetzgebungsverfahren im Bundestag, indem sie an den Sitzungen der Ausschüsse teilnehmen. Über die Ergebnisse dieser Beratungen informieren wir zeitnah unsere Ministerien. Saarpage: Wie können Sie die Interessen des Saarlandes bei der Gesetzgebung des Bundes vertreten? Saarpage: Kommt es wirklich auf die Stimme des Saarlandes im Bundesrat an oder haben nicht die großen Länder das Sagen?
Lennartz: Der Einfluss der kleineren Länder ist größer als man vermutet, wenn man z. B. die Einwohner der Länder vergleicht. Die Stimmverteilung, wie sie im Grundgesetz geregelt ist, schützt die kleineren Länder davor, von den großen überstimmt zu werden. So hat das Saarland mit 1 Mio. Einwohnern drei Stimmen, während große Länder wie Nordrhein-Westfalen mit immerhin 18 Mio. Einwohnern lediglich sechs Stimmen haben. Da man für eine Mehrheit im Bundesrat aber 35 von den insgesamt 69 Stimmen braucht, kann den kleinen Ländern die Rolle des Züngleins an der Waage zufallen. Jedes Land ist in unserem föderalen Staat wichtig und darum kommt es im Bundesrat auch auf die Stimme des Saarlandes an. Der Ständige Beirat des Bundesrates, dessen Mitglied ich bin, tagt zur Vorbereitung dieser Sitzungen grundsätzlich jeden Mittwoch. Saarpage: Können Sie uns Beispiele nennen für Initiativen des Saarlandes im Bundesrat? Welchen Anteil hat die Vertretung am Erfolg solcher Initiativen?
Lennartz: Die Regierung von Ministerpräsident Peter Müller hat seit ihrem Amtsantritt im September 1999 rund 80 Gesetzes- oder Entschließungsanträge in den Bundesrat entweder alleine oder mit anderen Ländern gemeinsam eingebracht. Die Palette reicht von BSE über Rundfunkpolitik, Stärkung des Ehrenamtes, Verbesserung des Opferschutzes, Änderung der Abgabenordnung, verpflichtende Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Errichtung einer Datei über international agierende Gewalttäter bis hin zur – und das dürfte die Handwerker besonders interessieren – Eindämmung illegaler Beschäftigung im Baugewerbe. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesvertretung leisten hierbei unterstützende Arbeit. Insoweit tragen wir auch zu den guten Ergebnissen für das Saarland bei.
Saarpage: Die Vertretung des Saarlandes hat sich als politischer und kultureller Ort im quirligen Treiben in Berlin ausgezeichnet eingeführt. Was haben Sie vor im Jahr 2008? Welche Akzente wollen Sie setzen?
Saarpage: Was können Sie für saarländische Betriebe, für Industrie und Handwerk in Berlin tun? Saarpage: Wer kann alles vom „Haus der Saar“ profitieren? Saarpage: Sie sagen: Saarländische Firmen können die Räume der Landesvertretung nutzen. Wie geht das? |
