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Verkehr
 

Führerschein mit 17: "eine Erfolgsgeschichte"

18.01.2010
Begleitetes Fahren: Nach einer Studie schneiden bundesweit Kandidaten der Ab-17-Regel bei der Prüfung besser ab als ältere. Foto: Iris Maurer
Begleitetes Fahren: Nach einer Studie schneiden bundesweit Kandidaten der Ab-17-Regel bei der Prüfung besser ab als ältere. Foto: Iris Maurer
Der vor vier Jahren im Saarland eingeführte Modellversuch, wonach Jugendliche ihre Führerscheinprüfung bereits mit 17 ablegen und danach zusammen mit einer erfahrenen Begleitperson im Straßenverkehr Auto fahren dürfen, ist eine Erfolgsgeschichte. Deshalb plädiert die Ministerin, dass dieser im Jahr 2005 in das Straßenverkehrsgesetz eingeführte und bis Ende des Jahres 2010 befristete Weg als Regelfall in das Fahrerlaubnisrecht übernommen wird.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat Anfang des Jahres den Ländern einen Bericht zugeleitet, der zu dem Ergebnis kommt, dass der frühe Aufbau von Fahrerfahrungen ab Vollendung des 17. Lebensjahres zu einer Verringerung des Unfallrisikos um 23 % führt. Das Risiko, erhebliche Verkehrsordnungswidrigkeiten zu begehen, werde danach um 22 % verringert. "Die gute Resonanz bei den Jugendlichen und die sehr geringe Unfallbeteiligung sind sehr erfreulich", stellt Verkehrsministerin Simone Peter nach vier Jahren Modellversuch fest.  Der Bericht der Bundesanstalt beruht auf drei unterschiedlichen, zum Teil voneinander unabhängig durchgeführten Untersuchungen und Stichproben bei rund 30.000 Fahranfängern. "Die Zahlen belegen, dass das Begleitete Fahren zu einer erheblichen Verbesserung der Fahrroutine und Fahrkompetenz von Anfängern führt", so Simone Peter.

Die Ministerin appelliert an die Jugendlichen, sich bald nach Vollendung des 16. Lebensjahres über Ausbildung und Prüfung für das Fahren ab 17 zu informieren und die Möglichkeit schon direkt nach Vollendung des 17. Lebensjahres zu nutzen, denn die Studien belegen auch, dass die verkehrssichernde Wirkung umso höher ausfällt, je länger das eine Jahr des begleiteten Fahrens genutzt wird. Untersuchungen von Unfalldaten durch das Kraftfahrt-Bundesamt, die der Einführung des Modellversuchs Begleitetes Fahren mit 17 vorausgingen, hatten zum Ergebnis, dass bei jungen Fahrern, die mit 18 Jahren mit dem Autofahren beginnen, das Unfallrisiko nach rund neun Monaten auf die Hälfte sinkt; nach zweieinhalb Jahren auf 10 % des Anfangsrisikos.

Bei rund 18 000 Klasse B-Prüfungen, die beim TÜV Saarland jährlich abgenommen werden, stieg der Anteil der 17-jährigen von 16,4 % im Jahr 2006 über 28 % im Folgejahr auf fast 39 % im Jahr 2009. Die Durchfallquote bei den 17-jährigen liegt inzwischen um rund 12 %-Punkte besser (Durchfallquote bei normalen Klasse B-Prüfungen: 37,1 %; bei Klasse B Begleitetes Fahren: 24,8 % im Jahr 2009). Die Verkehrsunfallstatistik der Polizei für das Jahr 2008 weist die gleiche Zahl wie in den Vorjahren aus. An nur neun Verkehrsunfällen mit einer leicht verletzten Person waren die 17-jährigen Fahrer beteiligt. Kompliment von Ministerin Peter: "Die jungen Leute, die in Begleitung fahren, verhalten sich sehr verantwortungsbewusst." Auch aus den übrigen Bundesländern, die am Modellversuch teilnehmen, werden vergleichbar positive Erfolge gemeldet.

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