Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Naturschutz
 

Die drei "R's"

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) will die Entwicklung von Methoden vorantreiben, die in allen EU-Ländern aber auch in Japan und in USA als Ersatz- und Ergänzungsmethoden anerkannt werden können.

Gefördert werden Methoden, die sich an dem sogenannten 3R-Prinzip orientieren:

Replacement, Reduction and Refinement. Mit diesem Konzept riefen die britischen Wissenschaftler William Russel und Rex Burch bereits in den 50er Jahren zu einer Abkehr vom Tierversuch auf. Durch "Replacement" sollen zum einen lebende Versuchstiere mit anderen Methoden wie beispielsweise in-vitro-Techniken oder Computersimulationen ersetzt werden. "Reduction" steht für eine Verringerung der für einen Versuch erforderlichen Tierzahlen. Mit "Refinement" soll eine Verminderung der Belastung der Tiere, beispielsweise durch verbesserte Haltungsbedingungen und Narkoseverfahren erreicht werden.

Erste Erfolge dieser Bemühungen wurden bereits präsentiert: Der EU-Forschungskommissar Phillipe Busqin stellte einen neuen Pyrogen-Test vor. Ob neue Arzneimittel fiebererzeugende Stoffe (Pyrogene) enthalten, soll demnach zukünftig nicht mehr an Kaninchen, sondern an menschlichen Blutzellen getestet werden. Für toxikologische Chemikalienprüfungen wurden im Jahre 2001 insgesamt 169.802 Tiere eingesetzt. In der Regel handelt es sich dabei um Ratten, Mäuse, Kaninchen und Meerschweinchen, an denen die Giftigkeit von Chemikalien getestet wurde.

Fische dienen im sogenannten Fischtest als Versuchstiere. Dieser Test ist vorgeschrieben, wenn industrielle Abwässer in öffentliche Gewässer geleitet werden. Dabei wird die Verdünnung des Abwassers ermittelt, bei der innerhalb von 48 Stunden kein Fisch stirbt. Daraus ergibt sich wiederum die entsprechende Gebühr für den Abwasserverursacher. Für die Qualitätskontrolle von Erzeugnissen für die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin wurden weitere 262.851 Tiere gemeldet. Es handelt sich hierbei um gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche, für die keine Genehmigungen notwendig sind.

36 % aller gemeldeten Versuchstiere stammten aus der Grundlagenforschung. Laut Tierschutzbericht 2003 dienten 74 % dieser Tiere "der Erforschung von Krankheiten des Menschen, wie zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems oder von Krebs- und Stoffwechselkrankheiten". Am häufigsten wurden auch hier Mäuse, Ratten und Fische eingesetzt. Solche Tierversuche sind unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungspflichtig.